Chronik einer Liebe

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Im 21. Jahrhundert ist jede Beziehung eine Onlinebeziehung. Ganz egal, ob man diesen neuen, tollen Menschen nun an der Bar, im Kino-Foyer oder auf einer Dating-Webseite kennengelernt hat.
Kulturpessimisten und anloge Grantler wie der US-Medien­forscher Robert Weiss schimpfen über die Oberflächlichkeit und beschreiben soziale Medien als »risiko­armes Format der persönlichen Inter­aktion«. Aber das Gegenteil ist wahr: In der Mai-Ausgabe der NEON beschreibe ich, wie uns die digitalen Medien zu sensibleren, besseren Lovern machen. Weil der Liebesbrief eine Renaissance erlebt. Weil wir einen sechsten Sinn für das Leben unseres Partners entwickeln. Und weil die Chatprotokolle, die SMS und Mails, die getauschten Fotos, Videos, Emoticons und Links eine ungeheure Datenmasse bilden – die uns auch hilft, zu verstehen, warum es mit der einen Person funktionierte oder der Kontakt zu einer anderen Person abbrach.

Im Magazin dokumentieren wir auch die Beziehung von Jennifer Finger, 24, und Tony Haufe, 27. Jenny und Tony trafen sich erstmals auf einer Party im Sommer 2011. Kennengelernt haben sie sich aber vor allem über Facebook-Nachrichten, E-Mails und Whatsapp – heute ergeben die gesammelten Nachrichten, Bilder und Icons eine große Liebesgeschichte, komplett mit Kribbeln, Krisen und dem wunderbaren Alltag.

Die aktuelle Ausgabe könnt ihr hier bestellen oder als eMag auf dem iPad lesen.

Hier erzählt ein weiteres Paar die Chronik ihrer Liebe:
 

Elisabeth und Thomas
Elisabeth Memmer, 25, und Thomas Birnstein, 26, haben sich vor über zwei Jahren sehr betrunken auf einer Party von einem Freund zum ersten Mal gesehen. Kennengelernt haben sie sich durch tausende Facebook-Nachrichten. Bis heute haben sie über 10 000 Nachrichten ausgetauscht und sind ein glückliches Paar.

1. Der Anfang

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2. Nach der ersten gemeinsamen Nacht

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3. Verliebt

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4. Krise

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5. Alltag

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Tobias Moorstedt
Tobias Moorstedt ist Textchef von NEON. Er interessiert sich besonders für bewegte Bilder und bewegte Zeiten.
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  • Max sagt:

    Wrnn ich meine Freundin treffe, verstehen wir uns 1a. Wir reden über Gott und die Welt, lachen viel. Es ist meiner erste Beziehung, wo Whatsapp oder Facebook eine große Rolle einnehmen und so wie es ausschaut, wird genau das, uns kapputt machen. Wir sehen uns nur noch kaum weil die Missverständnisse die wir durch das schreiben haben, einen graben zwischen uns gerissen hat. Schade ist es alle mal. Aber ich denke für die Beziehung 2.0 muss man gemacht sein.

  • Wenn man sieht, was die Paare heutzutage alles schreiben.. es ist halt nicht mehr so wie damals.

  • Ich finde diese Chat-Verläufe zwar nicht gerade authentisch, vermutlich weil einige persönliche Noten fehlen.

  • sara sagt:

    Also die obigen Chat-Verläufe mögen schon irgendwie authentisch und ehrlich sein, klar scheint auch, dass ihr wirklich lange, tiefgründige Nachrichten gar nicht abgebildet habt, weil die vermutlich niemand lesen würde oder sie zu intim wären (oder gab es diese etwa gar nicht?) http://zum-valentinstag.net/

  • sara sagt:

    Ich finde es gar nicht scheußlich, aber auch nicht sonderlich romantisch – es ist eben echt und spiegelt ganz gut den Zeitgeist wieder.

  • Anna sagt:

    Ich kann es nur bestätigen. Meine jetzige Beziehung hat auch online angefangen.

  • hier sagt:

    besser nicht alt werden :)
    LG,
    Laura

  • Jan Stein sagt:

    Ich kenne das mit den tausenden Nachrichten nur zu gut. Die digitale Kommunikation ermöglicht es mir und meiner Freundin, trotz 10000 km Distanz eine Beziehung zu führen, in der wir uns täglich begegnen. Trotzdem sind wir uns irgendwie fern. Mittlerweile geht das 1,5 Jahre so und wir werden immer besser im Führen unserer Fernbeziehung. Ewig soll das aber trotzdem nicht mehr gehen…

  • fracis77 sagt:

    Gerade habe ich einen Ratgeber für Flirttipps gelesen und kann Ani Beutel nur zustimmen. Im Internet gibt man sich häufig für jemanden aus, der man nicht ist. So kann keine wahre Liebe entstehen. Wenn man auf Singlebörsen oder so sein Glück sucht, dann sollte man immer ehrlich sein.

  • Ani Beutel sagt:

    Steckt in der Chronik einer Liebe nicht vorallem Gefahr? Gefahr in der Hinsicht, dass der eine nicht das schreibt, was er auch sagen würde, weil über moderne Kommunikationsmittel zu lügen leichter ist, als von Angesicht zu Angesicht. Und birgt diese Art des kennenlernen nicht auch viel zu viele Missverständnisse, die einer Beziehung möglicherweise im Wege stehen? So könnte es sein, dass beide Liebenden sehnsüchtig am anderen Ende der Internetverbindung darauf warten, bis sich der andere meldet, bis sich schließlich niemand meldet. So hätte eine mögliche Liebesgeschichte, die ohne den Trubel von Whatsapp, facebook und co. funktioniert hätte, ein genauso kaltes und liebloses Ende gefunden wie der Anfang wohlmöglich betrunken auf der Party schon war.
    Doch weg von dem möglichen Untergang der Beziehung. Stellen wir uns vor, alles geschieht so wie es viele Menschen wohmöglich als ‚optimal‘ sehen würden, und eine Nachricht wird nach der anderen getippt. Nehmen wir uns selber die Möglichkeit, Gefühle zu fühlen, die seit Jahrhunderten schon bestehen? Wie kann denn jemals Sehnsucht entstehen, wenn man 24/7 darüber informiert wird, was der andere isst, wann er Sport macht, wann er danach duschen geht und wann er seinen Enddarm entleert. Informationsüberfluss nicht nur in den Medien, sondern auch in der Liebe? Ist es das, wohin und das 21. Jahrhundert gebracht hat?

  • Eigentlich hatte ich mich bewerben wollen, als NEON dazu aufrief sich für diesen Artikel zu melden. Leider hatte ich das im Uni- und Arbeitsstress total verpasst. Gespannt war ich aber, was andere Pärchen für Chatverläufe haben. Lustiger Weise war ich etwas „enttäuscht“, dachte ich doch, dass es unter den Bewerbern bzw. den vorgestellten Paaren mehr Außergewöhnliches gibt.

    Denn ich lernte meinen Freund an Weihnachten 2012 kennen, er war der beste Freund einer guten Freundin. Attraktiv fanden wir uns an dem Abend schon, doch war ich vergeben. Nach einer exzessiven Nacht in einem Frankfurter Technoclub schliefen wir zu Viert (meine beste Freundin, ein Kumpel und mein jetziger Freund) bei meiner besten Freundin, ganz unschuldig und in Klamotten, im Bett nebeneinander. Am nächsten Morgen, erzählt meine beste Freundin immer, lagen wir Kopf an Kopf, eng aneinander gekuschelt im Bett und schliefen friedlich.

    Da der Gute in Schweden wohnt war er 2 Tage später auch schon wieder weg. (Mutter Schwedin, Vater Deutscher, leben beide in DE.) Bei Facebook schrieben wir uns ca. 3 mal, bis er im Sommer wieder in Deutschland war. Wir sahen uns nur kurz auf einer Party, dann musste er wieder weg.

    Im nachhinein kam heraus, dass wir – auch wenn wir nicht kommunizierten und uns lange nicht sahen- des Öfteren aneinander gedacht hatten…Zudem war unsere gemeinsame Freundin auch der Meinung uns zu sagen, dass da zumindest im Bett mal was laufen sollte…

    Das war dann im Oktober 2013 endlich der Fall…ca. eine Woche hatten wir etwas miteinander und er musste schon wieder zurück nach Schweden…letzten Endes blieb er wegen mir dann doch ein paar Tage länger.

    Ab dieser Woche hatten wir immer mehr Kontakt…schrieben wir uns zuerst nur alle 2-3 Tage (Kribbeln bei der Ankunft einer Nachricht „Wann schreibt er endlich wieder?!“), wurde es bald jeden Tag…
    Von morgens, wenn einer von uns wach wurde, bis abends, wenn wir schlafen gingen…

    An Weihnachten kam er wieder nach Deutschland…und an Silvester fuhren wir spontan, alleine für eine wunderschöne Woche voller Feuerwerk, Sekt, Katerholzig und Dauerbetrunkenheit nach Berlin.

    Danach kamen die längsten 9 Wochen unseres Lebens…die Zeit, die wir warten mussten um uns wiederzusehen…..
    Dafür ging ich ihn einen vollen Monat in Schweden besuchen und wir taten nichts außer trainieren, Horrorfilme gucken und Sex haben

    Zur Zeit ist er wieder dort um sein Studium zu beenden, danach zieht er aber nach Deutschland. Noch immer schreiben wir uns von morgens bis abends, den ganzen Tag. Auch wenn er in Deutschland ist und wir uns grade mal für 6h nicht sehen.

    Bis jetzt haben wir uns in 7 Monaten 54.800 Nachrichten bei Facebook geschrieben…

  • […] den Artikel “Wisch und weg” von Jan Stremmel über die App Tinder auf jetzt.de und “Chronik einer Liebe” von Tobias Moorstedt in der Mai-Ausgabe der […]

  • […] in ihrem Talk auch den Artikel “Wisch und weg” über die App Tinder auf jetzt.de und “Chronik einer Liebe” der Mai-Ausgabe der […]

  • Linda sagt:

    Leider hat der Autor des Artikels wohl keine Ahnung von Computern und verwechselt Algorithmus mit Logarithmus. Peinlich.

  • Sissy sagt:

    Ich finde diese Chat-Verläufe zwar nicht gerade authentisch, vermutlich weil einige persönliche Noten fehlen.

    Allerdings habe auch ich den Mann meines Lebens im Internet kennen gelernt. Unsere erste Kommunikation fand auch über Nachrichten und Whatsapp statt.
    Leider war ich dann erstmal anderweitig vergeben (jaja, lange Geschichte und so). Wäre Whatsapp nicht gewesen, und hätte er meine Nummer nicht 3 Jahre lang in seinem Speicher gelassen, hätten wir uns komplett aus den Augen verloren und nie zueinander gefunden.

    Ob man das als revolutionär bezeichnen kann, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ich – wäre dass alles 20 Jahre früher passiert – ewig fragen würde, „was wäre gewesen, wenn?“

    So konnte ich es mit einiger Verspätung doch noch rausfinden.

  • Irmi sagt:

    Also ich bin Mutter einer 19 jährigen Tochter die Ihre Freundin im Chat kennengelernt hat.Ich muß ehrlich eingestehen, daß ich mich unglauglich schwer tue mit dem neuen online-Zeitalter.Ich versuche immer wieder die Jugendlichen und auch meine pupertären Kinder zu akzeptieren und zuverstehen, lese deshalb auch sehr gespannt und neugierig die NEON.(die von meiner Tochter)Ich bin der Meinung , miteinander reden , telefonieren, einander in die Augen sehen ist immer wervoller als schreiben. Aber ich muß auch akzeptieren daß ich zur alten Generation gehöre und es meine Aufgabe ist, die junge Generation zu verstehen , anzunehmen und was Gutes darin zu finden.In diesem Sinne: Es ist gut wie es ist .

  • K. sagt:

    Also die obigen Chat-Verläufe mögen schon irgendwie authentisch und ehrlich sein, klar scheint auch, dass ihr wirklich lange, tiefgründige Nachrichten gar nicht abgebildet habt, weil die vermutlich niemand lesen würde oder sie zu intim wären (oder gab es diese etwa gar nicht?) – die obigen Nachrichtenblasen sind daher ziemlich langweilig und belanglos.

    Richtig schlimm ist aber erst das Facebook-Protokoll zwischen Tobi und Jenny im Heft. Ich habe überhaupt nicht genug Finger, um abzählen zu können, wie oft ich mich bei der Lektüre fremdgeschämt hab. Gruselig. Und dazu wirken die beiden noch richtig unsympathisch.

  • n+/- sagt:

    stimmt es ist ja so romantisch gleich nach der hochzeit oder kennen lern phase sein status z ändern, und jeder like spiegelt ja auch unsere persönlichkeit wieder. ach mist ich habe kein twitter und facebook,

    Alltag:
    wir hätten ja abends reden können was du morgen so vor hast.
    Nein da schweigen wir ja liebers, weil kannst ja ne wichtige sms schicken.

  • Jens sagt:

    Dieses ungelenke Miteinander, bei dem Paare scheinbar ausschließlich via Technik kommunizieren, findet ihr ernsthaft ‚revolutionär‘? Ich finde, einige Nachrichten zeugen durch Unbeholfenheit von großer Armut. Gerade im Heft finden sich doch so viele erschreckende Nachrichten.

    Einfach mal zum Hörer greifen. Das erspart diese ganze Tipperei und ist dazu noch ehrlich.

  • Sabine sagt:

    Ich finde es gar nicht scheußlich, aber auch nicht sonderlich romantisch – es ist eben echt und spiegelt ganz gut den Zeitgeist wieder.

  • Hannes sagt:

    @Elli
    Eine kleine Liste zum Zeitvertreib :-D :-D :-D

  • gini sagt:

    Lea-sophie und Ural sind süß!

  • Anonymous sagt:

    wie absolut scheußlich. und für so einen schmarn einen ganzen blogeintrag? ERNSTHAFT? gott.