Rache für Anmache

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Als Anna Gensler nach langen Jahren endlich ihr altes Klapphandy gegen ein Smartphone eintauschte, erzählten ihr Freunde von der Onlinedating-Plattform Tinder. »Ich habe mich auch angemeldet«, sagt Gensler. »Wie es nun mal so ist, wenn alle deine Freunde auf eine Party gehen, willst du nicht fehlen.« Doch sie war nicht begeistert: Als ersten Schritt der Kontaktaufnahme schrieben ihr Männer, die sie nicht kannte, sehr detailliert, wie tief sie ihr was wo hineinstecken wollten. Wie viel sie ihr wohin spritzen wollten und viele andere obszöne Dinge mehr.

Ihre Reaktion auf die harschen Anmachen: Sie zeichnete die Männer – nackt und mit winzigen Penissen – und schickte ihnen die Bilder. »Ich wollte, dass sie merken, wie es sich anfühlt, wie ein Objekt behandelt zu werden.« Die beleidigten Antworten der Männer (»Sei keine so verklemmte Schlampe«) veröffentlichte Gensler wiederum gemeinsam mit den Zeichnungen auf Instagram und Tumblr.

Ich habe die amerikanische Künstlerin für die aktuelle NEON-Ausgabe interviewt. Denn die Männer waren von den Zeichnungen nicht begeistert. Mindestens einer von ihnen reagierte sogar mit wiederholten Morddrohungen gegen Gensler. Die will sich jedoch nicht einschüchtern lassen. »Ein Mann schreibt mir im Netz ekelhafte Sachen und anstatt das zu ignorieren, bin ich aufgestanden und habe mich gewehrt.«

If you can’t find a girl on tinder to woo for free, you really are hopeless.

Ein von @annageeze (@instagranniepants) gepostetes Foto am

Wie sind Eure Erfahrungen mit Onlinedating? Lernt man dort angenehme Leute kennen – oder überwiegen fiese Anmachen und unangenehme Aufdringlichkeit?

Gelten je nach Plattform unterschiedliche Standards? Muss man sich bei Tinder also auf eine härtere Gangart einstellen als beispielsweise bei Parship? Oder bleibt übergriffig immer übergriffig?

Und zu guter Letzt: Was haltet Ihr von Genslers Projekt, die Männer, die sie virtuell belästigen, der Lächerlichkeit preiszugeben? Diskutiert anonym!

Der komplette Text ist in der Ausgabe 03/15 von NEON und im E-Mag erschienen. Hier können Einzelhefte des NEON-Magazins nachbestellt werden. Alle Ausgaben seit September 2013 gibt es auch digital in der NEON-App.

Christoph Koch
Christoph Koch ist die Berliner Außenstelle der NEON- und Nido-Redaktion und liebt es, von sich in der dritten Person zu schreiben. Er überlegt deshalb, hauptberuflich Biografiekästchenausfüller zu werden.
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  • Anonym, weiblich, 36 Jahre sagt:

    Leider kann ich die Aussagen hier nur bestätigen. Auf der Lovoo Seite wird man tagtäglich mit Sex- oder Fetischanfragen überschwemmt. Diejenigen die einen nicht direkt damit konfrontieren, kommen mit dem Thema dann spätestens nach einigen Mails oder aber bei einem persönlichem Treffen um die Ecke. Sehr beliebt ist die Aussage, du bist toll, aber ich will gerade nichts ernstes. Spaß, na klar. Und du willst doch im Grunde auch nur Sex.
    Mindestens genauso schlimm sind allerdings die „normalen Herren“ die so verzweifelt eine Frau suchen, dass man direkt das Gefühl hat, eine Schlinge um den Hals gelegt zu bekommen. Liebesbekundungen nach einem Treffen. Oder gar gefrustete Meldungen obwohl man entweder eine sehr nette Absage formuliert hat, oder aber nur den nicht-interessiert-Button drückt. Da wird man urplötzlich verwarnt, weil man dem Herren nicht mal geantwortet hat. Da gilt mein Dank der überaus fundierten Moderation der Seite, die sich nicht mal ansatzweise die Mühe machen zu prüfen, ob etwas vorlag! Respekt für alle Seiten. Und da wundert man sich, warum manche Menschen meinen, sich alles erlauben zu können. Das Internet fördert leider die Oberflächlich- und Schnelllebigkeit enorm. Niemand macht sich mehr ernsthaft die Mühe, jemand kennenzulernen, wenn man anonym und massenhaft Sexanfragen versendet. Allerdings sollte man dazu sagen, wenn diese Herren damit keinen Erfolg hätten, würden sie sich auch nicht so verhalten. Es gibt immer noch genug, die darauf anspringen…. Zumindest bei den ansprechenden Männern

  • Anonym, weiblich, 25 Jahre sagt:

    Zunächst einmal: Tolle Reaktion, das dürfte gesessen haben! ;) Ich war bereits dreimal bei Finya angemeldet, einmal hat etwas länger gehalten, die anderen beiden Beziehungen waren eher blitzartig. Ekelige Anfragen hatte ich wenige.die meisten waren nett oder einfach skurril: Da war auch schon hin und wieder ein Lebenslauf oder ein Anschreiben nach Art einer Job-Bewerbung dabei. Aber das macht ja schmunzeln und nicht ekeln.

  • Anonym, weiblich, 25 Jahre sagt:

    Ich finde es richtig so wie sie gehandelt hat! War selbst 1 Jahr lang bei Lovoo unterwegs und von 100 Nachrichten waren 80 konkrete Sexanfragen (& Fetischanfragen) 10 waren dann „getarnte“ Sexanfragen, in diesen Fällen wurde erst ein bisschen geschrieben und dann kam die Frage bzw. der Ausruf „Ich will dich Ficken!“. Mir taten sich da Abgründe auf, die mich echt an dem modernen Mann zweifeln lassen. Anfragen bzgl. Fisten, Pissing, cock stuffing, sind bei Lovoo Dauertrend! Meine Blockliste war nach diesem einem Jahr länger als die Kontaktliste. Getroffen hatte ich mich in einem Jahr mit drei Männern von dieser online Plattform und es war alles sehr enttäuschend! Mit einem der drei hatte ich sogar dann nach dem treffen im Realen Leben, Kontakt über Facebook, da ich meine Handnummer nach dem ersten treffen Prinzipiell nicht rausgebe und da wurde mir dann Plump offenbart „Hör zu kleine, du bist sehr hübsch, aber für was festes reicht das nicht, ich möchte deine wilde Seite kennen lernen, lass uns doch dennoch mal ficken!“+ zugesendetes Penisbild! Ich hatte dann diese Nachricht samt Bild seiner Mutter auf Facebook gesendet :-) Mein Gefühl heute: es gibt keine Prinzen, nur Primaten. Dank den modernen Medien in denen Frauen zu sexualisiert dargestellt werden, fühlt sich Mann auch noch im Recht!

  • Anonym, männlich, 23 Jahre sagt:

    Ich finde ihr Verhalten genau richtig! Solche Männer merken dann mal, dass Frauen keine Objekte der Begierde sind. Sie sind genau so gleichberechtigt wie Männer und sind ebenso verletzlich!

  • Anonym, weiblich, 36 Jahre sagt:

    es geht ja viel weiter meiner Meinung nach. Durch das Internet verlieren viele Menschen das Gefühl für sein gegenüber, quasi die „Ware“ Mensch auf die ich online zugreiffen kann. Ja man meldet sich freiwillig dort an, ABER warum wird dann konstant ignoriert wenn man als erste Zeilen schreibt “ KEINE ONS, suche eine FESTE Partnerschaft“ !! es ist einfach unglaublich was für jadtriebe hier ausgelöst werden, wenn man(n) dann doch versucht einen rumzukriegen. Oder total kaputte Typen die gar nicht in der Lage sind sowas wie eine Beziehung zu führen. Aber sich dann doch bewusst auf jemand wie mich einlassen und meine Zeit verschwenden, dass ist nicht fair. Und sie leiden alle an dem herrschenden „Überangebot“ , die nächste ist ja nur einen klick oder „wisch“ weg. keiner will sich mehr commiten oder nur auf einen menschen fokussieren. ja das internet, fluch und segen zugleich. etwas mehr respekt dem menschen gegenüber und rücksicht auf andere wäre definitiv angebracht. wo kommen wir denn hin, wenn sich hier online jede(r) alles bieten lassen muss, nur weil man sich irgendwo angemeldet hat. daher auch mal wie schon oft gesagt “ disconnet to get connected“

  • Anonym, weiblich, 45 Jahre sagt:

    es ist individuell, wer sich wann wie wodurch sexuell belästigt fühlt. und dann ist es auch richtig, sich dagegen zur wehr zu setzen. auch auf einem portal, auf dem es um die anbahnung sexueller gemeinsamkeiten geht, ist ein gewisser stil sicherlich angenehmer als das nassforsche einfordern irgendwelcher penetrationsmodelle.

  • Anonym, männlich, 29 Jahre sagt:

    Ich fasse es nicht! Diese „Künstlerin“ hat in ihrem PR Kurs sicherlich die beste Note bekommen und die NEON fällt gerne auf diese Aufmerksamkeitsheischerei herein. Du geht modernes Marketing in Social Media, bravo.
    Indem sie Männer auf ihre Penisgröße reduziert trägt sie ausserdem zur Perpetuierung eines patriarchalischen Männerbildes bei, das sie somit nur vorgibt zu unterminieren.
    Tinder ist eine Plattform, um persönliche sexuelle Vorlieben paarweise zu befriedigen. Ich finde es legitim, wenn man in diesem Rahmen gleich zur Sache kommt, um einen Partner zu finden, mit dem man auf einer Wellenlänge liegt. Das weiß man aber erst nach dem Anschreiben. Wenn es nicht passt, dann einfach ignorieren, aber nicht an den Pranger stellen – das fordern wir zurecht auch für Männer, die ihre Exes nackt online stellen, um sich zu rächen.

  • Anonym, weiblich, 31 Jahre sagt:

    „wurde sexuell belästigt“.
    Ich glaube, ich lese nicht richtig!
    Und ich dachte, wir sind die beschränkten #Aufschrei-Eulen los, die jede hochgezogene Augenbraue als „sexuelle Belästigung“ und Demütigung ihrer „Fraulichkeit“ betrachtet haben.
    Nicht nur, dass es echt sexuelle Übergriffe in einer derart hysterischen Art und Weise bagatellisiert, es ist einfach nur lächerlich!
    Der grandiose Erziehungsauftrag der Anna G. ist sicher voll aufgegangen und sämtliche, die relative Anonymität von Tinder genießende, Männer hauen sich jetzt sicher auf die Finger ob ihres törichten Verhaltens. *augenroll*
    So eine Überraschung – Perversitäten in einer Dating App! Willkommen in der Welt, Anna G.

    Aber was ist von einem Stern-Derivat zu erwarten? Dirndl und verschrobene Politiker haben hier schließlich GANZ groß Karriere gemacht…
    „Sexuell belästigt“ – pffff! Schämt Euch!

  • Anonym, weiblich, pe Jahre sagt:

    Im Normalfall wird man eigtl nur selten derartig direkt angemacht. Man muss halt im Vornherein eindeutig klar machen, was man will und was nicht.

  • Anonym, weiblich, 30 Jahre sagt:

    Total witzig. Natürlich kann sie die Jungs blockieren wie jede andere auch, aber auf diese Weise werden die nie lernen, wie peinlich ihr Spruch war. Nachdem sie ihr Bild online sehen, werden sie in Zukunft zumindest zweimal überlegen, bevor sie achtlos wieder etwas Dummes schreiben. Allerdings bedeutet das nicht, dass es falsch ist, direkt zu sein oder auf Tinder nur eine schnelle Nummer zu suchen, aber das kann man auch anders ausdrücken ohne dass sich die Frauen belästigt fühlen. Das Problem ist, dass einige Leute, sowohl Männer als auch Frauen, die App nur als eine Art Spiel ansehen. Sie sind sich nicht ganz im Klaren, dass sie nicht so anonym sind wie sie denken, und dass sie sich nicht nur mit schlüpfrigen Kommentaren und Bildern die Zeit vertreiben, sondern mit echten Menschen kommunizieren. Von denen sich die meisten solches Verhalten nirgendwo im realen Leben gefallen lassen würden. Aber die Reaktion der Künstlerin ist eine gute Erinnerung daran, und auch ein witziger Weg, um mit den Sprüchen umzugehen. Statt immer nur zu blockieren und schließlich aus Frustration über die Masse der dummen Kommentare Tinder vollständig aufzugeben.

  • Anonym, männlich, 34 Jahre sagt:

    so’n quatsch, a) warum matched sie auch nur die hübschen Aggros und nicht mal die netten Normalen, b) wenn mich jemand online beleidigt, ist der mit einem Klick gelöscht oder wird den Admins gemeldet, denn don’t feed the troll. Den Typen dann auch noch Zeit, Aufmerksamkeit und Arbeit zu schenken finde ich ziemlich nutzlos – vor allem weil Männer ganz anders ticken und sich davon nix zu Herzen nehmen. Kurzer Tip: ich wurde mal auf Facebook mit „du Heini“ beleidigt, und habe ihn sofort bei Facebook gemeldet und ihm mit einer Anzeige wegen Beleidigung gedroht, denn online gelten die gleichen Regeln wie offline – woraufhin er sich kleinlaut entschuldigt hat.

  • Anonym, männlich, Jahre sagt:

    Bravo! Ich erlaube mir zu zitieren (s. u.). Unterschreibe ich!

    „1. wie lange sollen denn bitte noch solche blöden gender-Stereotype reproduziert werden? Frauen suchen die große Liebe, Männer nicht. Frauen mögen keine One-Night-Stands, wenn doch sind sie billige Schlampen. Frauen haben auch generell keinen Spaß an spontanem, offenem, aufregendem Sex, eigentlich haben sie gar keinen Spaß.

    2. jede*r hat Gründe, sich bei solchen Seiten anzumelden. es sind nicht immer die gleichen Gründe. wenn dir bestimmte Gründe nicht passen, beschäftigst du dich mit den Leuten dahinter nicht, ignorierst sie, blockierst sie, sagtst ihnen deine Meinung, nervst sie zurück – was auch immer dir an friedfertiger oder subversiver Gegenwehr einfällt. du machst sie aber nicht öffentlich lächerlich, damit entziehst du beiden Seiten die Basis auf die sich gemeinsam geeinigt wurde: das Recht auf Anonymität. und würdest du wirklich wollen, dass all’ deine Aussagen öffentlich gemacht werden – ganz egal, was deine (Hinter-)Gründe sind?

    3. Sexismus mit Sexismus zu bekämpfen ist wie Todesstrafe. Was soll denn der Unfug mit den kleinen Penissen? Ist das wichtig für die Aussage, die sie treffen will? Außer dem Subtext “nur ein Mann mit kleinem Penis kann sexuell so frustriert sein, dass er zu solchen Mitteln greift…” kommt bei mir nicht viel rüber.

    und wenn wir schon mal beim Thema sind:
    warum können wir bei der so fortschrittlichen Neon nur die Auswahl zwischen “männlich” und “weiblich” treffen? inwieweit ist diese Wahl für die Gültigkeit unserer Statements überhaupt relevant?“

  • Anonym, weiblich, 28 Jahre sagt:

    Vielleicht suggeriert ihr Auftreten ja auch solche Anmachen??
    Ich glaub‘ ich lese nicht richtig! Solche Sprüche hat niemand „verdient“ und solche dummen Annahmen dienen höchstens als Rechtfertigung für Täter! Egal wie jemand aussieht, welche Kleidung er trägt, was er sagt, wie er guckt: Das ist kein Grund jemanden zu belästigen!!

  • Anonym, weiblich, 23 Jahre Jahre sagt:

    Ich finde das toll, was sie gemacht hat!
    Wenn das Leute nicht sexuelle Belästigung, wo fängt die dann erst an?!
    Anscheinend wird hier zwischen Chat, wo Anonymität herrscht und Real-Life unterschieden, denn derartige Sprüche, traut sich kaum ein Mann auf der Straße, am Arbeitsplatz, in der Bar oder sonst wo herauszuhauen…Weil ich aber im Internet mit einer Person interagiere ist das aber okay? Die Rechtssprechung sieht da auch anders aus.

    In bestimmten Chats mache ich so eine Erfahrung andauernd (erst heute wieder um genau zu sein – ein Typ meinte mir eine gewisse Einladung schicken zu müssen…ich habe schon alle erdenklichen Angebote zu hören bekommen…!)
    Bin seit Kurzem aber auf finya unterwegs und habe nicht eine solche Nachricht erhalten: Es zeigt sich also, dass sich das von Plattform zu Plattform unterscheidet. (Wie auch im wirklichen Leben von Situation zu Situation…)

  • Anonym, männlich, 28 Jahre sagt:

    Nutze kein Tinder, kenne es aber auch, durch Freunde, eher als Sexapp. Andere haben ihre/n jetzige/n Partner/in dort gefunden. Ich glaube es ist egal wo man sich rum treibt. Das Internet, so großartig es auch sein mag, bringt eben Menschen dazu sich anonym und sicher zu fühlen. Viele, in diesem Fall oft Männer, können damit nicht umgehen und halten erstmal ihren Penis in die Kamera (siehe chatroulett), beleidigen eine Frau die durch NY läuft, und schreiben eben derartige Nachrichten weil sie ein bisschen Ausschnitt sehen. Das passiert aber glaube ich auf Paarship, Facebook, tumblr (das wohl die meisten Sexblogs überhaupt enthält), twitter, tinder und allen weiteren Diensten, die Kommunikation ermöglichen. Sobald der Rahmen „Kontakten“ vorhanden ist, gibt es immer Vollidioten die das ausnutzen. Ihr Reaktion mag krass sein, finde ich aber ok. Das bloßstellen durch die Zeichnung ist evtl. ein Tick übertrieben, aber dennoch lustig. Man muss Gemeinheit einfach mit Transparenz bekämpfen. Anders geht es in der heutigen überkommunikativen und über medialen Welt nicht…

  • Anonym, weiblich, 25 Jahre sagt:

    nö. einfach nö.

    1. wie lange sollen denn bitte noch solche blöden gender-Stereotype reproduziert werden? Frauen suchen die große Liebe, Männer nicht. Frauen mögen keine One-Night-Stands, wenn doch sind sie billige Schlampen. Frauen haben auch generell keinen Spaß an spontanem, offenem, aufregendem Sex, eigentlich haben sie gar keinen Spaß.

    2. jede*r hat Gründe, sich bei solchen Seiten anzumelden. es sind nicht immer die gleichen Gründe. wenn dir bestimmte Gründe nicht passen, beschäftigst du dich mit den Leuten dahinter nicht, ignorierst sie, blockierst sie, sagtst ihnen deine Meinung, nervst sie zurück – was auch immer dir an friedfertiger oder subversiver Gegenwehr einfällt. du machst sie aber nicht öffentlich lächerlich, damit entziehst du beiden Seiten die Basis auf die sich gemeinsam geeinigt wurde: das Recht auf Anonymität. und würdest du wirklich wollen, dass all‘ deine Aussagen öffentlich gemacht werden – ganz egal, was deine (Hinter-)Gründe sind?

    3. Sexismus mit Sexismus zu bekämpfen ist wie Todesstrafe. Was soll denn der Unfug mit den kleinen Penissen? Ist das wichtig für die Aussage, die sie treffen will? Außer dem Subtext „nur ein Mann mit kleinem Penis kann sexuell so frustriert sein, dass er zu solchen Mitteln greift…“ kommt bei mir nicht viel rüber.

    und wenn wir schon mal beim Thema sind:
    warum können wir bei der so fortschrittlichen Neon nur die Auswahl zwischen „männlich“ und „weiblich“ treffen? inwieweit ist diese Wahl für die Gültigkeit unserer Statements überhaupt relevant?

  • Anonym, weiblich, 24 Jahre sagt:

    Ich finde, wenn man sich bei Tinder anmeldet, muss man mit Sexangeboten rechnen. Dafür ist das eben da. Und es ist doch albern, wegen dummer Anmachsprüche so einen Terz zu veranstalten. Ausgezogen wegen Morddrohungen, herzlichen Glückwunsch! Hat sich ja total gelohnt, ein paar hässliche Zeichnungen anzufertigen. Warum nicht einfach igonorieren oder bei Tinder abmelden wenn man mit dem Umgangston (oder zumindest einem der Umgangstöne) dort nicht klarkommt? Ehrlich, mit der Frau habe ich überhaupt kein Mitleid. Dumm!

  • Anonym, weiblich, 24 Jahre sagt:

    Ich habe meinen jetzigen Freund auf Tinder kennengelernt. Unangenehme Sachen sind mir auf der Seite nicht passiert.
    Das ist ziemlich cool was sie macht. Im ‚Privaten‘ haben diese Kerle eine große Klappe, dass sind immer die die am Kleinsten sind!

  • Anonym, männlich, 25 Jahre sagt:

    Ich habe an Tinder auch eine andere Seite kennengelernt: Man mag es kaum glauben, aber es gibt genügend Mädchen die freiwillig Nacktbilder von sich machen und sie ihren männlichen Online-Kontakten schicken. Ich fürchte, dass die Offenheit mancher Frauen gegenüber Männern leider einen falschen Eindruck hinterlässt… In meinem Freundeskreis ist Tinder auch als „Sexapp“ bekannt. Genau diese Einstellung zu Tinder ist es ja, die Mädchen schnell zu Opfern sexueller Belästigung werden lässt.

  • Anonym, weiblich, 21 Jahre sagt:

    Ich habe meinen jetzigen Freund auf OkCupid kennengelernt und auch meinen letzten Ex-Freund.
    Ich habe da schon sehr viele ähnliche Sachen erlebt, das alles aber immer locker genommen. Man kann solche Typen doch jederzeit blocken, wenn man das wirklich so schlimm findet, aber das wollte Anna Gensler ja anscheinend nicht. Ich finde es gut, was sie gemacht hat und dass sie dieses Thema zur Sprache gebracht und öffentlich gemacht hat, aber dafür Wörter wie Belästigung zu verwenden, finde ich respektlos gegenüber wirklichen Belästigungsopfern, die keinen Ausweg aus ihrer Situation hatten.

  • Anonym, weiblich, 30 Jahre sagt:

    Ich war auch eine Zeit lang bei Zoosk und Lovoo angemeldet obwohl ich von anfang an wusste das, weil anmeldung und schreiben kostenlos ist, mann sich nicht alzu große Hoffnung machen muss ‚Mr Right‘ zu treffen.

    Ich habe so ziemlich alles erlebt bei diese beide Börsen: ein junger mann (18), wollte das ich ihm zeige ‚wo’s lang geht‘, ein Geschäftsmann hat mich 350 Euro für eine Massage angeboten, manche waren sehr direkt und offen das sie nur sex wollen und anderen waren nett und höfflich bis zum ersten Treffen wo es dann erst klar würde das sie nur Sex wollten.

    Aber ich hatte auch ein paar wirklich nette Typen kennengelernt. Sie waren freundlich, witzig und meinten es auch wirklich gut mit einen. Mein jetziger Freund war ein von denen.

    Motto of the story: weiß worauf du dich einlässt, ein ebenso frecher Spruch auf Lager haben wenn du blöd angemacht wirst, nicht alle über den gleichen Kamm scheren und nicht die Hoffnung verlieren!

  • Anonym, weiblich, 22 Jahre sagt:

    Ich habe meinen jetzigen Ehemann auf OkCupid kennengelernt. Hat als One-Night-Stand angefangen, mit einem ziemlich billigen Spruch von seiner Seite, aber ich wollte ja auch nicht mehr. Und jetzt sind wir seit 2 Monaten verheiratet ^.^
    Ich denke, wenn man sich auf solchen Webseiten anmeldet sollte klar sein, dass man auch anzügliche oder nervige Nachrichten bekommt. Man muss ja nicht drauf eingehen und man kann den Absender jederzeit blockieren. Da so ein Drama draus zu machen und sich sexuell belästigt zu fühlen finde ich maßlos übertrieben. Sie hätte diesen Männern ja nicht antworten brauchen, und wenn sie nicht locker lassen hätte sie sie ja einfach blockieren oder melden können.
    In diesem Zusammenhang Worte wie „Opfer“, „Peiniger“ und ähnliches zu benutzen finde ich fast eine Frechheit. Klar ist es nicht cool, dass man oft eindeutige Anfragen bekommt, aber das ist der Preis den man für Anonymität bezahlt. Sie kann froh sein, dass ihr sowas nicht oft auf der Straße passiert, bzw. was mich ihre Reaktion noch vermuten lässt noch nie passiert ist. Geschweige denn Schlimmeres, was Worte wie Peiniger und Opfer rechtfertigen würde.

  • Anonym, männlich, 27 Jahre sagt:

    Ich nutze selbst tinder und lovoo und ich als Mann habe bisher noch keine extrem negative Erfahrung gemacht. Aber ich habe von einigen Frauen schon gehört, dass sie zum Teil mit sehr platten Sprüchen oder eindeutigen Vorschlägen à la „Lust auf ein ‚aufregendes‘ Date?“ konfrontiert werden.
    Grundsätzlich finde ich jedoch tinder vom Mechanismus her nicht schlecht, da man sich ja nur schreiben kann, wenn sich beide „gematcht“ haben, womit man derbe creeps schon mal von vornherein aussortieren kann. Und sowohl bei tinder als auch bei lovoo gibts doch -wenn ich mich recht erinnere- die Möglichkeit, andere Leute zu blockieren! Das würde ich auch allen raten, die belästigt werden: einfach blockieren und weg ist er!
    Dennoch ist die Aktion von Anna Gensler sehr cool und hat den betreffenden Widerlingen hoffentlich aufgezeigt, was für erbärmliche Typen sie sind :)

  • Anonym, weiblich, 23 Jahre sagt:

    Ich habe Tinder einfach aus Spaß installiert und ausprobiert. Allerdings nur für wenige Monate – dann wurde mir die Ablenkung durch das ständige Wischen, Angeschrieben werden und daten zu groß. Derart obszöne Erfahrungen wie Gensler habe ich nie gemacht. Gab es ganz offene Herangehensweisen in Bezug auf rein sexuelle Kontakte, habe ich das unmittelbar durch ein „Verbindung entfernen“ unterbunden. Insgesamt habe ich einige wunderbare und tolle Menschen kennen gelernt, die ich mittlerweile als Freunde bezeichnen darf. Eine Beziehung oder Affäre hatte ich nie über Tinder – muss aber auch nicht sein. Für mich war es eine unkomplizierte und das Schicksal austricksende Möglichkeit Menschen kennen zu lernen, die ich so niemals getroffen hätte.

    Meine derzeitige „Errungenschaft“ habe ich über Freunde kennen gelernt ;)

  • Anonym, männlich, 50 Jahre sagt:

    Ich habe auch lange Zeit Online Dating Plattformen genutzt. Wenn man sich dann als Mann mit den Frauen etwas über diese Plattformen austauscht, erfährt man(n) häufig wie das häufge „Wording“ von Männern dort ist…so gesehen haben mich die Erfahrungen von Anna Gensler nicht überrascht. Ihre Reaktion darauf finde ich super! Kein „richtiger“ Mann hat so ein Verhalten nötig und keine Frau muss sich zum Objekt degradieren lassen – auch wenn sie 50 Shade of Gray liest ;-)

  • Anonym, weiblich, 27 Jahre sagt:

    Meine Schwester hat ihren Freund über Tinder kennengelernt :-) Auch einer meiner besten Freunde hatte Glück und hat seine Freundin bei FriendScout kennengelernt.
    Ich selbst habe beides ca. 4 Wochen probiert und mir gings wie der Autorin – Anna Gensler – worauf ich beide Profile wieder gelöscht habe.
    Ihre Reaktion find ich super!

  • Anonym, weiblich, 32 Jahre sagt:

    Ich find’s super!
    Mir selbst ist es so krass nicht passiert, aber das liegt evtl. an Deutschland (?).

  • Anonym, weiblich, 30 Jahre sagt:

    Das kann ich nicht bestätigen. Das höchste der Gefühle war was trägst du nachts ;) muss man nicht drauf eingehen. Ansonsten positive Erfahrungen. Ich zieh jetzt mit meinem Freund zusammen, den habe ich über tinder kennengelernt u bin sehr dankbar dafür. ;)

  • Anonym, weiblich, 27 Jahre sagt:

    Also ich bin schon eine Weile bei tinder angemeldet…ich hab vllt 2-3 nette Typen kennengelernt und der Rest ist einfach nur auf der Suche nach schnellem Spaß.manche sind gleich so direkt und sagen,dass sie nur Sex wollen…und einige schreiben zuerst ganz nett und entpuppen sich erst später als arschlöcher.
    Also ich glaube,zu 90% ist tinder nur ne fickbörse…
    Aber was die gensler gemacht hat,find ich voll geil.manche Sachen kamen mir auch bekannt vor

  • Anonym, weiblich, 22 Jahre sagt:

    Habe einen tollen Menschen über Tinder kennen gelernt, es geht auch anders… nur leider ist das hier Beschriebene wohl eher die Regel…

  • Anonym, weiblich, 24 Jahre sagt:

    Bei Lovoo wollte ein Kerl mich mal hartnäckig überzeugen, mich spätabends mit ihm zu treffen. Da ich jedoch am nächsten Tag frühmorgens eine Prüfung schreiben musste, sagte ich, dass das nicht ginge. Als „Überzeugungsversuch“ schickte er mir dann unaufgefordert ein Foto seines Genitals. Im Hintergrund sah man High Heels stehen. Auf meinen Kommentar „Richte mal deiner Freundin aus, dass ich ihre Schuhe mag!“ hat er nie mehr geantwortet.

  • Anonym, weiblich, 32 Jahre sagt:

    Hat sie gut gemacht. Richtig so. Was für ekelhafte Perverslinge. Was denken die sich eigentlich? Wo haben die ihre Manieren her?

  • Anonym, männlich, 21 Jahre sagt:

    Ich habe ziemlich viele verstörende Geschichten über Tinder und co. gehört. Meine Freundin habe ich jedoch auch über Tinder kennengelernt. Tinder ist an sich eine super Sache um Menschen aus der Umgebung und mit ähnlichen Interessen kennenzulernen.
    Das Projekt ist eben deswegen eine gute Sache. Ich finde, jemand der nur eine schnelle Nummer schieben will, soll auch dazu stehen. Außerdem..in Zeiten von NSA-Skandal und (mittlerweile nicht mehr) ungesicherten WhatsApp-Servern muss man damit rechnen, dass das was über soziale Netzwerke läuft an die Öffentlichkeit gelangt.

  • Anonym, weiblich, 25 Jahre sagt:

    Ich habe die schrägsten geschichten von freunden über tinder und co gehört. Deswegen wundere ich mich manchmal dass ich das glück hatte einen super tollen typen über tinder kennen gelernt zu haben. Also ja ich habe meinen freund über tinder kennengelernt. Deswegen frage ich mich, hatte ich nur glück oder die anderen (mit den schlechten erfahrungen) nur pech?!
    Aja das projekt von gensler finde ich sehr mutig und gnadenlos ehrlich. Ich bin mir nicht sicher ob i das projekt zu 100% gut finden soll?!