»Oh Gott, ich bin schwul«

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Wie liberal ist Deutschland heute wirklich, wenn es um Homosexuelle geht? Um das zu berurteilen, muss man wissen, wie die Konservativen ticken. Unser Autor hat in katholischen Kirchen gebeichtet, dass er schwul ist.

Protokolle: Philip Hauner | Fotos: Daniel Delang

Thomas Hitzlsperger ist nicht nur deutscher Fußballmeister und 52-maliger deutscher Nationalspieler, sondern auch ein Rebell, ein ­Vorbild und ein Held. Im Januar 2014 hat sich Hitzlsperger als homosexuell geoutet. Seither kann er sich vor dem Lob, das über ihn hereinbricht, kaum mehr retten. »Respekt!« titelte die »Bild«, die Bundesregierung gab eine fast schon hymnische Stellungnahme ab, und der britische ­Premierminister David Cameron sagte: »Ich habe immer bewundert, was Thomas Hitzlsperger auf dem Feld geleistet hat – aber heute ­bewundere ich ihn noch mehr.«

Die Hysterie, die um Hitzlsperger entstanden ist, zeigt aber auch: Es gilt nicht als normal, schwul zu sein – sonst würden Medien und Politiker nicht so viel und so aufgeregt darüber reden. Und so ungeschickt. Warum etwa versprach DFB-Präsident Wolfgang Niersbach »jede erdenkliche Unterstützung«, als wäre Hitzlsperger schwer krank? Ist die Debatte um Hitzlsperger kein Zeichen für Fortschritt, sondern dafür, dass unsere Gesellschaft gar nicht so liberal, fortschrittlich und modern ist, wie sie sich gern sieht?

Vermutlich gibt es nur einen Ort, an dem ein Schwuler noch ­weniger willkommen ist als in einem ausverkauften Fußballstadion: in einer katholischen Kirche. Zwar hat Papst Franziskus gesagt: »Wenn jemand schwul ist und guten Glaubens den Herrn sucht – wer bin ich, über ihn zu urteilen?« Aber in der Bibel steht immer noch: »Du sollst nicht bei einem Manne liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel.« Anfang 2014 sprachen sich zwei Diözesen gegen einen Lehrplanentwurf aus, der ­vorsieht, dass an baden-württembergischen Schulen das Thema »sexu­elle Vielfalt« stärker behandelt wird. Und immer wieder findet sich ­irgendwo auf der Welt ein hoher katholischer Würdenträger, der Homosexualität als »heilbar« oder als »Sünde«, bezeichnet. Wie denkt eigentlich die katholische Basis, das Bodenpersonal des Herrn, über Homosexualität?

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Austreten will Philip Hauner aus der katholischen Kirche nicht, denn er meint: »Die Kirche steht auf der Seite der sozial Schwachen.«

Unser Autor Philipp Hauner wollte das genau wissen. Hauner ist schwul und hat im katholischen Kernland der Bundesrepublik, in Bayern, Beichtstühle aufgesucht und sich zum Männersex bekannt. ­Hauner hat direkt nach der Beichte die Gespräche protokolliert. Die Namen der Pfarrer nennen wir selbstverständlich nicht. Bei den Beichten, die auf dem Land oder in einer kleinen Stadt mit nur wenigen Kirchen stattfanden, belassen wir es bei ungefähren Ortsangaben, damit die Geistlichen nicht identifizierbar sind.


»Es ist natürlich eine Sünde, jedes Mal«
Eine Kleinstadt im Osten Bayerns. Die Kirche ist schmucklos, sie wurde in den 1960er-Jahren gebaut. Der Beichtstuhl liegt versteckt in einem Winkel. Ich betrete ihn und sage dem Pfarrer, dass ich schwul bin. Der Pfarrer schweigt, dann räuspert er sich und sagt: 

Ich würde Ihnen jetzt einfach mal raten, eine Phase der Klärung herbeizuführen für sich selber. Weil vielleicht ist es einfach nur eine Phase.
Das Begehren nach Männern fühle ich schon länger. Papst Franziskus hat sich ja positiv über Schwule geäußert. Gibt es nicht eine Möglichkeit, meine sexuelle Orientierung mit dem Leben als Christ in Einklang zu bringen?
So wie ich die Aussage des Papstes ver­standen habe, und ich denke, so ist sie auch zu verstehen, geht es darum, dass die Frage des Umgangs angesprochen ist. Die Kirche und ihre Priester sollen einfach Menschen, die in einem sündhaften Zustand leben – und das ist ein Zustand, in dem Sexualität außerhalb der Ehe gelebt wird – nicht verurteilen oder aussondern.
Können Sie da ein wenig konkreter werden?
Er meint damit, man solle diesen Menschen gegenüber barmherzig sein, sie respektieren und als Menschen und Individuen annehmen. Das alles heißt aber nicht, dass diese konkrete Verhaltensweise oder Lebensführung gutgeheißen wird. Da muss man einfach einmal unterscheiden. Ich denke, der Papst hat das auch so gemeint. Sonst müsste er die Lehre ändern, und ich denke, das wird nicht passieren.
Soll ich dann versuchen, meine Triebhaftigkeit zu unterdrücken?
Unterdrücken hat ja immer den Nachteil, dass es dann zu einer Art Neurose mit auch wieder schädlichen Auswirkungen, mit schädlichen Verhaltensweisen kommt. Wenn ich etwas unterdrücke oder niedrig halte, kommt es vielleicht an anderer Stelle wieder hoch, auf eine ganz andere Art und Weise, und das ist ja auch nicht gut und richtig.
Was dann?
Mein Rat ist: Gehen Sie ins Gebet und ver­su­­chen Sie, Gottes Wegweisung für Sie herauszuhören. So kann dann auch eine Abkehr stattfinden, weil Sie eventuell eine Einsicht aus dem Gebet heraus gewinnen. Und mit dieser Einsicht ein anderes Leben führen können, ­sodass Sie eben nicht wieder in dieses sündhafte Verhalten kommen.
Das hört sich sehr hart an.
Natürlich, ich verstehe das schon, das ist nicht einfach. Das Triebhafte, das Lustvolle in uns ist eben sehr mächtig. Das können wir nicht einfach abschalten oder auf den Knopf drücken und sagen, das wäre dann erledigt.
Aber beides geht nicht?
Nein, beides geht nicht, nein.
Also Christ zu sein und trotzdem …
(unterbricht) … Ja sicher, natürlich sind Sie Christ, Sie hören nicht auf, Christ zu sein, Sie sind ja getauft. Aber Sie befinden sich ­damit in einer Situation, in der Sie …
… sündhaft sind?
Ja. Es ist natürlich eine Sünde, jedes Mal. Natürlich ist auch der Gedanke eine Sünde. Klar. Sicher. Aber etwas dann zu tun, ist noch einmal deutlicher eine Sünde. Also, ich verstehe Sie nicht. Suchen Sie das Gebet. Was sagt mir Gott, was höre ich, wenn ich bei Gott bin im Gebet für den weiteren Weg meines Lebens? Und ich denke, das wird sich dann zeigen.
Und Sie glauben, dass dann alles gut wird?
Das weiß ich nicht. Gottes Wege sind unerforschlich. Ich kann Ihnen nicht sagen, jetzt beten Sie mal, und dann wird das. Das ist ja auch kein Automatismus. Ich meine, wir leben auch in einem Umfeld, in dem es natürlich sehr schwierig ist, weil ja alles so hochgradig sexu­alisiert ist um uns herum. Christ sein heißt aber auch unterscheiden lernen: Was ist weltlich, was ist sündhaft, was ist widrig dem Göttlichen? Und dann eben: Was ist Gottes Weg? Was ist das, um was es wirklich geht?
Danke.
Alles Gute. Gottes Segen.


Die weiteren Protokolle:
Seite 2: Eine Kirche in Augsburg: »Dann tun sie es. Tun Sie es ohne schlechtes Gewissen«
Seite 3: Eine kleine Kirche in München: »Letzten Endes ist das nichts, weswegen Sie sich schuldig fühlen müssten«
Seite 4: Eine große Kirche in Regensburg: »Nur wenn man dieser Neigung nachgibt, können wir von einer Sünde sprechen«
Seite 5: Eine Kleinstadt im Altmühltal: »Das heißt für Sie konkret, alleinstehend zu leben«

Dieser Text ist in der Ausgabe 03/14 von NEON und auch digital für das Tablet auf iOS und Android erschienen. Hier können Einzelhefte des Magazins nachbestellt werden.

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»Dann tun Sie es. Tun Sie es ohne schlechtes Gewissen«
Eine Kirche in Augsburg. Ich stehe vor dem Beichtstuhl und sehe, wie der Pfarrer kurz durch den Schlitz der vorgehängten Tücher aus seiner Kabine herauslugt. Als er mich sieht, blickt er sofort wieder weg. Ich zögere kurz, dann trete ich in den Beichtstuhl – und offenbare mich.

Spüren Sie schon längere Zeit, dass Sie sich auch sexuell zu Männern hingezogen fühlen?
Das spüre ich schon länger, ja.
Es mag ja sein, dass Sie einfach so veranlagt sind. Sie haben sich das nicht ausgesucht, sondern letztlich hat Gott Sie so geschaffen, das dürfen Sie schon einmal ganz positiv sehen. Und er hat keinen Fehler gemacht, als er Sie in die Welt gesetzt und gerufen hat und ­ausgestattet hat mit der Fähigkeit zu lieben. Ich gehe davon aus, wenn Sie sich mit diesem Mann getroffen haben, dass das nicht nur Begierde war, ­sondern dass da etwas mehr dahinter war, ein Stück Zuneigung, um nicht zu ­sagen Liebe?
Ja, so könnte man das schon sagen.
Wenn zwei Menschen einander lieben, ist immer etwas von der ­Liebe Gottes dabei. Und damit ist die Frage nach der Sündhaftigkeit ­eigentlich sehr relativiert. Ich möchte Ihnen grundsätzlich Mut machen, zu sich selber zu stehen, dass Sie auf die Stimme Ihres Herzens hören. Sie ­sollen sich nicht verkrampfen und damit für das Leben unfähig werden. Ich möchte Ihnen Mut machen, denn in der Sexualität liegt ja eine ungeheure positive Kraft. Damit meine ich nicht nur die Fähigkeit zu Liebe und Zuneigung, sondern überhaupt sehr viel Lebensenergie.
Vielen Dank, das ist sehr lieb von Ihnen.
Und ich mache Ihnen jetzt nicht Mut, dass Sie einfach drauflos­legen und das ausleben auf die übelste Weise. Aber ich würde Ihnen schon Mut machen, dass Sie einfach auch diese Seite der menschlichen Zuneigung und Liebe kennenlernen. Ohne Angst! Gott verurteilt Sie nicht. Aber ich möchte Ihnen auch noch ganz positiv dazu sagen: Machen Sie das nicht zum Problem Ihres Lebens. Das wäre, glaube ich, ganz ­wichtig. Das Leben hat ja noch viel mehr an Aufgaben und an Forderungen.
Aber wenn wir jetzt mal bei der Sexualität bleiben, welchen Rat haben Sie an mich?
Ich kann mich nur wiederholen: Ich möchte Ihnen viel Mut machen zu sich selber. Haben Sie keine Angst vor der Sexualität und haben Sie auch keine Angst davor, dass Sie sich entdecken in einer Form, die ­Ihnen bisher noch eher fremd war. Ich weiß nicht, ob Sie den Kontakt zu dem Mann aufrechterhalten werden oder wollen?
Ja, das möchte ich sehr gerne.
Dann tun Sie es. Tun Sie es ohne schlechtes Gewissen. Es muss ja nicht so sein, dass Sie sich jedes Mal sexuell begegnen. Es ist ja was Wunderschönes, wenn Freunde einander verstehen und miteinander Zeit verbringen. Und da sollten Sie sich schon drauf einlassen. Durch Freundschaft wird das Leben sehr viel reicher.
Vielen Dank.
Keine Angst! Haben Sie sonst noch irgendwas auf dem Herzen, was Sie jetzt vielleicht im Rahmen einer Beichte ansprechen möchten?
Das Thema war mein Hauptanliegen.
Ich verstehe Sie gut. Wenn Sie möchten, darf ich Ihnen jetzt trotz allem die Lossprechung geben. Und zur Buße machen Sie ganz einfach zwei Dinge: Machen Sie Ihrer Mutter in den nächsten Tagen eine ­kleine Freude, die nichts kosten darf – nichts aus dem Geldbeutel. Und beten Sie einmal draußen das Vaterunser, ja?


Die weiteren Protokolle:
Seite 1: Eine Kleinstadt im Osten Bayerns: »Es ist natürlich eine Sünde, jedes Mal«
Seite 3: Eine kleine Kirche in München: »Letzten Endes ist das nichts, weswegen Sie sich schuldig fühlen müssten«
Seite 4: Eine große Kirche in Regensburg: »Nur wenn man dieser Neigung nachgibt, können wir von einer Sünde sprechen«
Seite 5: Eine Kleinstadt im Altmühltal: »Das heißt für Sie konkret, alleinstehend zu leben«

Dieser Text ist in der Ausgabe 03/14 von NEON und auch digital für das Tablet auf iOS und Android erschienen. Hier können Einzelhefte des Magazins nachbestellt werden.

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»Aber letzten Endes ist das nichts, weswegen Sie sich schuldig fühlen müssen«
Eine kleine Kirche in München. Der Pfarrer lächelt durchs Gitterfenster, als ich ihm mein Geständnis mache. Er spricht bayerisch.

Wollen Sie jetzt einen seelsorglichen Rat oder wollen Sie eine offizielle Vorlesung in Kirchenrecht? Das wäre jetzt nämlich ein ordentlicher Unterschied.
Mir wäre Ersteres lieber.
In München werden Sie keine Probleme ­haben, Gleichgesinnte zu finden. Natürlich gibt es leider auch hier Leute, die etwas gegen Homosexuelle haben, aber in aller Regel kann man ohne Probleme als Pärchen erkennbar durch die Gegend laufen. Das ist auch in unserer Kirchengemeinde so. Und ich kann Ihnen das durchaus sagen – es gibt einige erkennbar homosexuelle Paare, die bei uns in die Kirche gehen.
Also ist das für Sie kein Problem?
Das ist für uns kein Problem.
Ich komme ursprünglich aus einer eher länd­lichen Gegend.
Aha. Ja, da gibt es sicherlich noch Kirchen, wo es eine »Mannaseitn« und eine »Weiberseitn« gibt. Dass es dann wahrscheinlich ungut ist, wenn zwei Männer einfach zusammen reingehen, kann ich mir vorstellen. Aber letzten Endes, denke ich, ist das nichts, weswegen Sie sich schuldig fühlen müssen. Gerade die sexuelle Orientierung ist ja ganz offensichtlich nichts, was man erlernen kann. Vielleicht noch eher kann man das Unterdrücken lernen.
Damit sind Sie aber nicht auf einer Linie mit den Kirchenoberen.
Ja, Papst Benedikt hatte schon Probleme mit dem Thema der Homosexualität. Das war zwar immer dogmatisch sehr verbrämt, sodass man schlecht verstanden hat, was er gesagt hat. Aber er war schon irgendwie gegen eine Öffnung der Kirche gegenüber Homose­xuellen. Bei Papst Franziskus klingt das ja deutlich anders. Und interessanterweise ist er ja auch ein wesentlich männlicherer Typ, der nicht das Effeminierte von Papst Benedikt hat.
Effeminiert?
Ja, dieses Effeminierte: Er trägt ja zum Beispiel keine vergoldeten Seidengewänder und Samthauben. Und seine Stimme ist nicht so hoch und weinerlich wie die seines Vorgängers. Auf seinem Rückflug von Brasilien hat Franziskus über Schwule gesagt: »Wer bin ich, dass ich über sie richte?« Papst Benedikt war immer der Meinung, kein angehender Priester dürfe sich zu seiner Homosexualität bekennen. Dann müsse er sofort aus dem Seminar fliegen. Franziskus hat jetzt einen ganz anderen Ton angeschlagen.
Haben Sie zum Abschluss noch einen Rat für mich?
Ich will Ihnen sagen, dass Sie sich keine Sorgen machen müssen. Lassen Sie sich ruhig Zeit, bis Sie sich wirklich sicher sind. Hier gibt es auch Beratungsstellen, wo Sie hingehen können. Das wäre auch eine Möglichkeit.
Vielen Dank.
Bitte, gerne. Alles Gute! Auf Wiedersehen!


Die weiteren Protokolle:
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Seite 2: Eine Kirche in Augsburg: »Dann tun sie es. Tun Sie es ohne schlechtes Gewissen«
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»Nur wenn man dieser Neigung nachgibt, können wir von einer Sünde sprechen«
Eine große Kirche in Regensburg. Das grüne Licht über dem Beichtstuhl zeigt an, dass der Priester bereits drinnen sitzt. Ich gehe hinein. 
Der Priester flüstert eine Formel, die ich noch nie gehört habe.

Gott, der unser Herz erleuchtet, schenke dir wahre Erkenntnis deiner Sünden und seiner Barmherzigkeit.
Ich fühle mich zu Männern hingezogen und würde gerne in diesem Rahmen fragen, wie ich damit umgehen soll.
Sind Sie ledig?
Ich bin ledig, ja.
Grundsätzlich ist diese Neigung zwar nicht normal, nicht gesund oder nicht, wie die Kirche es sieht, gut. Aber sie ist in sich auch nicht sündhaft. Nur wenn man dieser Neigung nachgibt, können wir von einer Sünde sprechen. Denn das widerspricht unserer Natur, so wie Gott uns geschaffen hat und wozu er uns geschaffen hat.
Gott hat mich aber doch mit dieser Neigung geschaffen?
Haben Sie eine Idee, wie es dazu kommen konnte?
Diese Neigung, wie Sie es ausdrücken, dieses Begehren ist da. Muss ich nach kirchlicher Auffassung diese Neigung unterdrücken?
Unterdrücken klingt schlecht, vor allem in unserer modernen Welt. Die Sexualität ist ein Geschenk Gottes. Und die Sexualität ist gut, aber damit sie auch gut bleibt, braucht sie eine Ordnung. So müssen wir auch die Homosexualität sehen: dass sie eine Leitung braucht.
Was raten Sie mir nun? Wie soll ich damit umgehen?
(schweigt lange) Ich muss Ihnen ehrlich sagen, ich bin ein junger Priester und habe diesen Fall im Beichtstuhl so noch nie gehabt.
Haben Sie denn keinen Rat für mich?
Es gibt natürlich auch Therapien oder Psychologen, aber die Homosexualität ist heutzutage ein sehr umstrittenes Thema, und Sie werden nur schwer einen Psychologen finden, der die kirchliche Sicht vertritt. Vielleicht haben Sie Glück, und Sie finden wen.
Der die katholische Sicht vertritt?
Ja. Ich kenne auch solche Psychologen, aber sie sind nur theoretisch und in der Lehre tätig, nicht in der Praxis. Vielleicht sollten Sie gezielt nach christlichen Autoren suchen, die auch wissenschaftlich argumentieren, aber trotzdem die kirchliche Sichtweise einnehmen.
Haben Sie da wen im Kopf, haben Sie einen Namen? Einen Buchtitel?
Ich überreiche Ihnen gerne nach der Beichte Material, wenn Sie wollen. Sie müssen aber vor dem Beichtstuhl warten, bis die Beichtzeit zu Ende ist.
Eines möchte ich noch wissen: Darf ich als Homosexueller zur Kommunion gehen?
Ja, Sie dürfen zur Kommunion gehen. Wie gesagt: Wenn man der homosexuellen Neigung nicht nachgeht, stellt das auch keine Sünde dar.
Und wenn ich ihr nachgehe?
Dann dürfen Sie das nicht mehr. Dann würden Sie nicht mehr in ­dieser Ordnung leben. Aber ich gebe Ihnen dieses Buch mit und ich ­bete auf jeden Fall für Sie und ich bete auch um Gottes Licht und Kraft.
Vielen Dank.
Nach fünf Minuten kommt der Priester mit zwei Heften zurück. Sie sind vom »Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft« und tragen die Titel »Sonderheft Männliche Homosexualität« und »Homosexualität verstehen«. Die Hefte empfinde ich an ­vielen Stellen als homophob, unter anderem geht es darum, wie sich Homosexualität heilen lässt.


Die weiteren Protokolle:
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Seite 3: Eine kleine Kirche in München: »Letzten Endes ist das nichts, weswegen Sie sich schuldig fühlen müssten«
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»Das heißt für Sie konkret, alleinstehend zu leben«
Eine Kleinstadt im Altmühltal, die Kirche wurde im Barock erbaut. Im Beichtstuhl ist es sehr dunkel. Ich flüstere durch das sehr engmaschige Gitter mein Geständnis. Der Pfarrer spricht dann sehr leise und sehr schnell.

Die Frage der Homosexualität ist nicht so einfach zu beantworten. Der Sinn der Liebe ist, dass ich eine Partnerschaft finden kann, in der es möglich ist, Leben weiterzugeben. Wir kommen aus diesen Gegeben­heiten nicht heraus: dass wir in der Liebe und in der Sexualität von der Natur her hingeordnet sind auf das Gegengeschlechtliche.
Ich fühle mich einfach sexuell viel stärker zu Männern hingezogen, soll ich das dann nun unterdrücken?
Unterdrücken? Zu kultivieren, habe ich versucht zu sagen. Und das soll heißen, dass ich mich mit den Gegebenheiten abfinde und das Beste daraus mache. Dass ich mich zurück­halte und nicht ins Sexuelle abgleite. Freundschaften pflegen mit Gleichgeschlechtlichen, aber dass das in einem Rahmen bleibt, wo die Sexualität nicht im Zentrum steht. Natürlich ist es eine Gratwanderung. (seufzt)
Hat mich Gott dann dafür geschaffen, alleinstehend zu bleiben? Ich fühle mich zu Frauen leider gar nicht hingezogen.
Gar nicht?
Gar nicht.
Wenn Sie das als logische Konsequenz so sehen. Es gibt ja viele Menschen, nicht nur Priester, die alleinstehend sind. Nun, ich möchte nicht jedem Priester und jedem Ordensmann Homosexualität unterstellen, im Gegenteil – und ich denke, man muss auch sehr viel Disziplin aufbringen, um mit der Sexualität leben zu können.
Und das ist auch mein Weg, wenn ich mich an Gottes Wort halten möchte und an die christlichen Gebote?
Wenn dieser Hang zum Gleichgeschlechtlichen so stark ist, dass keine Beziehungen mit Frauen gepflegt werden können, die in die ­Sexualität münden, wird es wahrscheinlich in diese Richtung gehen müssen. Die Frage, wer uns so gemacht hat oder wer Sie so gemacht hat, der liebe Gott oder die Erziehung oder die Veranlagung – das wäre natürlich wieder der liebe Gott –, möchte ich offen lassen. Da spielen viele Faktoren mit herein, die nicht immer so einfach zu greifen sind.
Aber ich darf mich schon geliebt fühlen von Gott?
Ja, auf jeden Fall. Gott schließt niemanden von der Liebe aus. Die Frage ist nur, inwieweit Sie sich auf diese Liebe Gottes einlassen und bereit sind, sie anzunehmen oder sich dafür zu öffnen.
Wie schaffe ich es, diesen kultivierten Weg einzuschlagen?
Sie dürfen sich nicht darauf fixieren. Je mehr Sie sich drauf fixieren, umso größer wird dieses Problem. Ich denke, Sie müssen einfach versuchen, auch im Gebet, es immer wieder vor Gott hinzutragen. Und Sie haben es vorhin auch schon gesagt: Das heißt für Sie konkret, alleinstehend zu leben. Wenn der Hang wirklich so stark ist, dann muss ich Ihnen das nach kirchlichen Gesichtspunkten auch so raten.
Ich kann also nicht ein guter Christ sein und gleichzeitig mit einem Mann leben – das würde sich ausschließen? Auch wenn ich Liebe empfinde?
Das ist eine Gratwanderung. Da kann ich nicht Ja und auch nicht Nein sagen. Zunächst ist katholische Lehre, dass der Kontakt zum Andersgeschlechtlichen gesucht werden soll, einfach auch um das Leben weiterzugeben. Aber wer, welcher Katholik, welcher Christ, welcher Mensch lebt nicht fehlerhaft? Den gibt es nicht. In dem Moment aber, wo Sie in eine solche Beziehung eintreten, ist gewissermaßen eine Entscheidung getroffen, dass Sie langfristig außer der Norm leben.
Was für Konsequenzen hätte das?
Ich denke, wenn Sie das Gespür der katholischen Lehre in sich haben, dann werden Sie merken, dass einfach da was nicht in Ordnung ist. Aber andererseits, wenn ich jetzt auf ein anderes Gebot eingehe: Gibt es einen Menschen, der noch nie gelogen hat? Gibt es einen Menschen, der noch nie gestohlen hat? Und sei es nur die Steuererklärung, bei der man sich ein bisschen durchmogelt. Den perfekten Menschen gibt es nicht.
Doch ich soll das jetzt nicht als Rechtfertigung nehmen?
Richtig. So ist es. Das wäre natürlich das arge Laisser-faire, das arg Lockere. Wenn ich sage: Na ja, der liebe Gott verzeiht mir sowieso, ich kann machen, was ich will, und gehe nach einer gewissen Zeit immer wieder zum Beichten – das wäre das Ausnützen der Liebe Gottes, um nicht zu sagen, das wäre die Sünde gegen den Heiligen Geist. Jesus sagt einmal: Es kann alles vergeben werden, nur nicht die Sünde wider den Heiligen Geist. Einfach durchmogeln können wir uns nicht.


Die weiteren Protokolle:
Seite 1: Eine Kleinstadt im Osten Bayerns: »Es ist natürlich eine Sünde, jedes Mal«
Seite 2: Eine Kirche in Augsburg: »Dann tun sie es. Tun Sie es ohne schlechtes Gewissen«
Seite 3: Eine kleine Kirche in München: »Letzten Endes ist das nichts, weswegen Sie sich schuldig fühlen müssten«
Seite 4: Eine große Kirche in Regensburg: »Nur wenn man dieser Neigung nachgibt, können wir von einer Sünde sprechen«

Außerdem: Ein Video-Interview mit Philipp Hauner, in dem er erklärt, wie die Beichten sein Bild von der katholischen Kirche verändert haben.

Dieser Text ist in der Ausgabe 05/15 von NEON und auch digital für das Tablet auf iOS und Android erschienen. Hier können Einzelhefte des Magazins nachbestellt werden.

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NEON Redaktion
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  • Erika sagt:

    Schöner Artikel, ich bin froh dass Homosexualität mittlerweile doch recht weit akzeptiert wird, wenn auch die Kirche für gewöhnlich hinterherhängt. Hatte vor kurzem mal die Reaktion einer Mutter gelesen (https://www.annyca.de/ratgeber/thema/101-mein-sohn-ist-schwul/) – denke ich würde genauso reagieren.

  • […] „Oh Gott, ich bin schwul“ (Philip Hauner in der Neon 3/2014, online seit 13. April 2015): Philip Hauner ist schwul. Und hat in Bayern fünf Beichtstühle besucht und mit den Priestern seine Homosexualität ergründet. Und ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Schlechte („Es ist natürlich eine Sünde, jedes Mal“) wie gute („Letztlich hat Gott Sie so geschaffen, das dürfen Sie schon einmal ganz positiv sehen. Und er hat keinen Fehler gemacht, als er Sie in die Welt gesetzt und gerufen hat und ­ausgestattet hat mit der Fähigkeit zu lieben.“). […]

  • Matze sagt:

    kleine Anmerkung: die Links unter „Die weiteren Protokolle:“ funktionieren nicht. die führen zu http://blog.neon.de/2014/02/oh-gott-ich-bin-schwul/…. Die Seitenzahlen weiter unten gehen aber.

  • Valentín sagt:

    Sehr guter Artkel, ich möchte mal gerne wissen wann darüber nicht mehr diskutiert wird. Schwul

  • Ralf Georg Czapla sagt:

    Ein Artikel, der an Peinlichkeit und Polemik nicht mehr zu überbieten ist, Peinlichkeit, weil es in der Gesellschaft Menschen gibt, die einen weitaus schwereren Stand haben als Homosexuelle, Polemik, weil so getan wird, als ginge man in der evangelischen Kirche mit Homosexuellen grundsätzlich anders um als in der katholischen. Fragt doch mal Pfarrer, die erst verheiratet waren und dann plötzlich ihre Neigung zum eigenen Geschlecht entdeckt haben. Ich wüsste keinen zu nennen, der im Amt geblieben ist, aber einige, die durch alle sozialen Netze gefallen sind. Also: Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein…

  • Günther sagt:

    Schöner Artikel. Aufgrund dieser Intoleranz in der Kirche wurde das Leben meiner Frau, und auch meines zerstört. Denn niemand macht sich Gedanken darüber, wenn man diesen Verboten folgt, seine Neigung unterdrückt, eine Frau heiratet, wie es die Bibel vorsieht, das man damit das Leben eines anderen Menschen, das einer Frau zerstört, sobald man seine Neigung nicht mehr unterdrücken kann. Ich habe bereits letztes Jahr ein Buch darüber geschrieben. Das Buch handelt von der Entdeckung meiner verwirrten Neigung und den Bibelverboten, die das Unterdrücken meiner Homosexualität überhaupt erst ermöglichten. Kurz gesagt, nach meinen Erfahrungen während meines Outings vor einigen Jahren, plante ich meinen Suizid, aufgrund meiner Verzweiflung, die schwule Welt die alles andere als leicht ist, meines verloren gegangenen Glaubens an Gott. Ein alter Mann aus meinen Träumen hat dies verhindert, gesagt das ich ein Buch, das verlorene Kind, schreiben soll. Es beweist, es gibt mehr zwischen Himmel und Erde als es diese Intoleranten Menschen für möglich halten, sonst würden sie das Leben anderer nicht mit ihrer Intoleranz zerstören.

  • kimian sagt:

    Du solltest ihn verbrennen

  • Christina sagt:

    Also zu aller erst, es kann sein dass einige Rechtschreibfehler vorhanden sind und es etwas unsortiert rüberkommt, mein Kopf war mal wieder schneller als meine Hände, aber ich hoffe man kann meine Kernaussage(n) verstehen und nachvollziehen.

    So also, ich finde Homosexualität hat nichts sonderbares an sich, ich hab ein paar schwule und auch lesbische Freunde, mir ist es eigentlich herzlich egal mit wem sie rumturteln, wenn Freunde Liebeskummer haben oder in einer Beziehung mich um Rat fragen spielt es keine Rolle ob die andere Person ein Mann oder eine Frau ist, was zählt ist, dass es eine Form von Liebe ist und Liebe ist ein sehr großer Begriff.
    Kurz zu dem Bibelzitat, da heißt es ja nur dass ein Mann nicht neben einem Mann liegen soll wie neben einer Frau, aber was ist wenn eine Frau neben einer Frau liegt wie neber einem Mann…da geht die Bibel sicher auch irgendwo ein, ich denk mir da nur
    1. die Bibel darf man nie zu wörtlich nehmen
    2. diese Schriften wurden vor einer ewigen Zeit geschrieben; andere Zeiten, andere Kultur, andere Normen und selbst die widersprechen sich manchmal oder sind total verschieden z.b. nehmen wir mal das Thema Inzest: Lot schläft mit seinen Töchtern und wird dafür nicht bestraft, aber dann gibts da denn Fall beim Hause Jakob, der seinen ersten Sohn(ich glaub Ruben) verstößt, weil dieser mit einer Markt schläft, die aber auch eine Leihmutter für einen seiner Brüder war. an diesem Beispiel erkennt man auch gut wie verzwickt das Konzept Familie auch sein kann, daher finde ich dass es kein Problem dastellt, wenn gleichgeschlechtliche heiraten(schließlich ist Ehe ja in der heutigen Zeit für viele eh nur eine Modeerscheinung und wollen nur kirchlich heiraten weil die Kirche so schick ist und weil man da ein tolles wucherndes weißes Kleid tragen kann, aber mit dem katholischen Glauben hat das bei einigen nichts mehr zu tun und dann sollte eher denen die Eheschließung(zumindest kirchlich)verweigert werden, als Homosexuellen die aus reiner Liebe heiraten und dafür Gottes Segen wollen) und Kinder aufziehen(denn durch das Aufziehen von Kindern geben sie ja auch Leben, wer weis was mit dem Kind passiert wäre, wenn es nicht von diesen beiden adoptiert worden wäre…also ist Gottes Plan nicht verfehlt, also entsteht keine Sünde
    3. ist die Deutung der Bibel und Glaube allgemein(und Glaube ist nicht gleichzusetzen mit der Institution Kirche)etwas extrem persönliches, außer man plappert alles nach was einem in der Schule und im Falle von Priesern im Studium eiingetrichtert wirdwie z.b. bei dem jungen Pfarrer, der Bücher für Therapien emphohlen hat, auf jeden Fall finde ich, dass die Meinungen der Priester daher v.a. ihre persönliche Meinung zum Thema Homosexualität ist(und daher verwundert es mich nicht, dass einige „positive“ Reaktionen kamen) und nicht die der Kirche(die natürlich in ihrer eigenen Meinung vertreten sein kann, allerdings ist ja gleichzeitig unmöglich zu sagen, was die Meinung der Kirche ist, da dieses von Menschen geleitet wird und daher auch von persönliche Meinungen geprägt ist.

    Und jetzt mal nur eine Verständnis Frage: Der Pfarrer von Seite 1 geht doch eigentlich ga nicht auf die Homosexualität ein, sondern lediglich auf Sex vor der Ehe, oder?

  • Patricia sagt:

    Ich bin eher konservativ katholisch. Für mich sollten Schwule mit allem drum und dran heiraten dürfen, Kinder haben usw.

  • irdisch-katholisch sagt:

    Der römisch-katholische Pfarrer in meiner (ersten und bisher einzigen) Beichte zum Thema „schwul“:

    „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei… (1Mo 2,18).“

    „Einer trage des andern Last… (Gal 6,2).“

  • schwulsein sagt:

    Ein toller Artikel :)

  • schauby sagt:

    auf dem Foto sieht er aus wie Robert Downey Jr.

  • […] sieht Homosexualität nunmal als Sünde an. Ich habe mal einen Artikel in der Zeitschrift Neon gelesen. Darin hat sich ein Reporter als homosexuell ausgegeben und ist in verschiedenen Kirchen […]

  • mIA sagt:

    Ein sehr interessanter Artikel. Kompliment an den Autor für die tolle Idee und auch den Mut.

  • FabiJan sagt:

    Ich war bisher ein Gegner von organisierten Glaubensformen sprich Religion insbesondere der Katholischen Kirche da man immer wieder ein hohes maaß an Intoleranz freistellen muss …..(natürlich gehen meine Gründe viel tiefer ich will das hier aber mal dabei belassen)

    Das Grade bei der katholischen Kirche 2 von 4 volksnahe Vertreter aussagen treffen die im Kern besagen die Liebe ist etwas gutes also kann die gleichgeschlechtliche liebe nichts schlechtes sein wundert und erfreut mich gleichermaßen

    Offensichtlich sind die „ausführenden“ Kräfte der Kirche nicht alle verblendet und es ist doch möglich vernünftige Denkansätze zu entdecken
    Vielen dank für den Artikel

  • Ulrike sagt:

    Toller Artikel, sehr mutig und aufschlussreich.

  • Lina sagt:

    Toller Artikel, aber bitte das nächste Mal Fazit bitte in schriftlicher Form im Magazim. :)

  • Hanna sagt:

    Find ich ein gutes und interessantes „Experiment“ – der eine Pfarrer in Regensburg war ja richtig hilflos! Der in München sowie ein anderer genial :D Hätte ich nicht erwartet und hat mich positiv überrascht. Da zeigt sich mal wieder, wie doof „Schubladendenken“ ist. Und dies von einer Atheistin geschrieben!

    PS: Fände es toll, wenn man nicht immer auf die Website müsste, für ein Fazit oder Anmerkungen zum Artikel. Ich kaufe das Heft und lese es gemütlich im Bett oder auf dem Sofa – da will ich nicht auch noch am Feierabend am PC lesen müssen. Hier ist es ein Film – schade. Mich würde zwar das Fazit des Autors interessieren, aber so nicht.

  • Dalek sagt:

    Aber wenn man die Genesis schon wortwörtlich nimmt… dann ist der Ofen eh aus. Arche Noah? Erde 6000 Jahre alt? Hiob? Adam und Eva? Bitte sag mir hier ist kein Kreationist unterwegs.

  • Dalek sagt:

    Ist man jetzt nicht mal auf Neon vor Internet Missionaren sicher?

    Matthäus 10, 34 ff
    Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.
    35 Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter.
    36 Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein.
    37 Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert.
    38 Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist meiner nicht wert.
    39 Wer sein Leben findet, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s finden.

    – Jesus

  • nina sagt:

    Toller Artikel. Mein bester Freund (der auch schwul ist) und ich haben neulich noch über das Thema Homosexualität und Kirche diskutiert. Erschreckend, dass es noch immer so veraltete, meiner Meinung nach völlig weltfremde Ansichten gibt aber wiederum lassen einen manche der Antworten auch ein bisschen auf Besserung und Akzeptanz seitens der Kirche hoffen…

  • Ben sagt:

    Hallo Sophie,

    Du sagst „das ich und nur ich für meine Sünden verantwortlich bin“. Nun habe ich ein paar Fragen und bitte dich diese mir doch zu erläutern.

    Dabei nehme ich an, dass Du auch einen gerechten Gott hast, welcher Sünde richtet und welcher Sünde verurteilt.

    Kannst du mir erklären wie du zur Vergebung deiner Sünden kommst?

    Denn wenn ein gerechter Gott am Werk ist, bin ich mir sicher, dass er mit Sünde nichts zu tun hat.

    Wie genau fühlt es sich an, wenn man die ganze Sünde und dadurch die Trennung von Gott, selbst zu verantworten hat, vor dem Schöpfer der geschamten Schöpfung?

    Wo nimmst du die Kraft und die Hoffnung her, dein denken zukünftig zu verändern und dein Leben, Gottes Willen auszurichten?

    Dann ist Muhammad ( hoffe dieser Name wird so geschrieben ), ein Prophet welcher heilig ist?

    Erkläre mir doch zuletzt noch das Wort heilig.

    Vielen Dank für deine Zeit, God bless

  • Sophie sagt:

    Danke Helena. Aber es überzeugt mich absolut nicht. Das einzige was mich überzeugt ist direkt zu Gott zu beten, keine Zwischenmänner, Heiligen oder Päpste zu haben und das ich und nur ich für meine Sünden verantwortlich bin. Und das habe ich im Islam.

  • Helena sagt:

    Hey Sophie,

    Jesus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ Joh.14, 6

    Es gibt nur einen Weg zu Gott und dies führt über Jesus. Das sagt er selbst. Jesus kam auf die Erde um für uns Menschen zu sterben. Alle die ihm, ihre Sünden bekennen und um Vergebung bitten, werden zu Kindern Gottes. Dadurch sind wir nicht mehr von Gott getrennt. Durch reine Gnade sind wir errettet und das ist ein Geschenk, das jeder annehmen kann, wenn er nun will. Alle Versuche zu Gott zu kommen durch Religiosität scheitern und führen ins Nichts. Be blessed! :)

  • Knut sagt:

    „wie liberal ist Deutschland“ besser „wie liberal ist Bayern“

  • Sophie sagt:

    Hallo Ben. Danke für die Mühen, aber ich stimme absolut nicht damit überein. Jesus selbst hat gesagt, man soll nur Gott anbeten und Jesus selbst hat Gott angebetet, also macht es keinen Sinn. Außerdem lautet das erste Gebot: Habt keinen Gott außer mir. Und Gott, der dieses Universum erschaffen hat, soll am Kreuze als Mensch gestorben sein? Dem kann ich absolut und überhaupt nicht zustimmen als Gottes-Gläubige.

  • Ben sagt:

    Hallo Sophie,

    Zuerst möchte ich auf die zwei Fragen „Gott liebt alle Menschen gleich, wozu dann Jesus als Mittelsmann?“ und „War Jesus nicht auch ein einfacher Mensch, der die Botschaft von Gott überbracht hat und einfach ein besonders guter Mensch war?“

    Hier möchte ich diese zwei Fragen nun beantworten, viel Spass!

    Jesus war kein Mittelsmann, Jesus war Gottes Sohn und Jesus ist Gott, nur dank Ihm können wir zurück zu Gott, denn er ist das Opferlamm. Dies ist meine kurz formulierte Antwort und hier kommt der Beleg für meine Antwort.

    Nirgends sagt das Wort Gottes, dass Jesus die direkte Aussage machte: “Ich bin Gott.” Das heißt aber nicht, dass er nicht beanspruchte, Gott zu sein. Beachte zum Beispiel die Worte Jesu in Johannes 10,30: “Ich und der Vater sind eins.” Auf den ersten Blick scheint dies kein Anspruch auf Gottheit zu sein. Berücksichtige jedoch die Reaktion der Juden auf seine Aussage, indem sie sagten: “”Um eines guten Werkes willen steinigen wir dich nicht, sondern um der Gotteslästerung willen und weil du als ein Mensch dich selber zu Gott machst.” Die Juden verstanden, dass die Aussage Jesu ein Anspruch auf Gottheit war. In den darauf folgenden Versen korrigiert Jesus keineswegs die Juden durch den Hinweis: “Ich habe nie behauptet, Gott zu sein.” Dies zeigt, dass Jesus mit der Aussage “ich und der Vater sind eins” (Joh. 10,33) eigentlich sagte, ich bin Gott. Johannes 8:58 ist ein weiteres Beispiel, als Jesus sprach: “Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich.” Als Antwort hoben die Juden wieder Steine auf, um Jesus zu steinigen (Joh. 8,59). Warum wollten die Juden Jesus steinigen, wenn er nicht etwas sagte, dass ihrer Meinung nach gotteslästerlich war, nämlich seine Behauptung, Gott zu sein.

    Johannes 1,1 sagt: “Gott war das Wort.” Johannes 1,14 sagt: “Das Wort ward Fleisch.” Dies besagt eindeutig, dass Jesus Fleisch gewordener Gott ist. Apostelgeschichte 20,28 sagt: “Weidet die Gemeinde Gottes, welche er durch sein eigen Blut erworben hat.” Wer hat die Gemeinde durch sein eigen Blut erworben? Jesus Christus. Apg. 20,28 besagt, dass Gott die Gemeinde durch sein eigen Blut erkauft hat. So ist Jesus Gott.

    Der Jünger Thomas bekennt Jesus als “mein Herr und mein Gott” (Johannes 20,28). Jesus korrigiert ihn nicht. Titus 2,13 ermutigt uns, auf das Kommen unseres Gottes und Heilandes Christus Jesus zu warten (siehe auch 2. Petrus 1,1). In Hebräer 1,8 sagt der Vater von Jesus: “Aber von dem Sohn heißt es: ‘Gott, dein Thron währt von Ewigkeit zu Ewigkeit’ und ‘das Zepter der Gerechtigkeit ist seines Reiches Zepter.’”

    In Offenbarung unterweist ein Engel den Apostel Johannes, nur Gott anzubeten (Offenbarung 19,10). Mehrere Stellen der Heiligen Schrift bezeugen, dass Jesus Anbetung empfängt (Matthäus 2,11; 14,33; 28,9.17; Lukas 24,52; Johannes 9,38). Niemals weist er Menschen zurecht, dass sie ihn anbeteten. Wäre Jesus nicht Gott, hätte er ihnen gesagt, ihn nicht anzubeten, so wie es der Engel in der Offenbarung tat. Es gibt viele andere Stellen im Wort Gottes, welche die Gottheit Jesu bezeugen.

    Der wichtigste Grund für die Gottheit Jesu ist, dass sein Tod nie für die Sünden der ganzen Welt ausreichende Sühnung sein könnte, wenn er nicht Gott wäre. Nur Gott konnte ein solch unendlich großes Strafmaß begleichen. Nur Gott konnte die Sünden der Welt auf sich nehmen, sterben, auferstehen und damit seinen Sieg über Sünde und Tod beweisen.

    Zu deiner zweiten Frage „Warum wird hier ausgegangen, das ein neugeborenes Kind ohne etwas getan zu haben, mit Sünden auf die Welt kommt?“ möchte ich auch eine kurze Antwort abgeben und dann die Belegung dieser Antwort nachreichen.

    Jeder Mensch der je geboren wurde und geboren werden wird, ist ein Sünder, von Geburt an und dies hängt mit der Erbsünde zusammen.

    Der Ausdruck „Erbsünde“ mag in der Bibel nicht zu finden sein, die Tatsache, die darin zum Ausdruck kommt, aber schon. In 1. Mose 5,3 lesen wir: „Und Adam lebte hundertdreißig Jahre und zeugte einen Sohn [in seinem Gleichnis], nach seinem Bild.“ Beachte die von mir eingeklammerten Worte. Ursprünglich war er im Gleichnis Gottes geschaffen worden, aber er hatte in dieser kurzen Zeit der Unschuld keine Nachkommen, sodass es keinen weiteren Menschen im Gleichnis Gottes gab. Er fiel erst in Sünde und zeugte dann Kinder in seinem Gleichnis als gefallenes Geschöpf. Das Gesetz von 1. Mose 1 – „nach seiner Art“ – wurde sofort wirksam. Deshalb lesen wir in Römer 5,19, dass „durch des einen Menschen Ungehorsam die Vielen in die Stellung von Sündern gesetzt worden sind.“ Alle seine Nachkommen kamen der Stellung nach als Sünder in die Welt. Das bedeutet der Ausdruck „Erbsünde“.

    Verwendete Quellen: gotquestions.org, bibelstudium.de

    Ich hoffe, diese Antworten sind ausreichend und ich konnte sie beantworten. Sophie, ich bedanke mich für deine Fragen! Weiterhin, die Bibelstellen könnt ihr in eurer Bibel nachschlagen oder online auf bibleserver.com/text/EU

  • Sophie sagt:

    Hallo Ben.
    Ich habe folgende fragen an dich: Warum brauchen wir einen Mittelsmann um mit Gott zu kommunizieren. Gott liebt alle Menschen gleich, wozu dann Jesus als Mittelsmann?
    Warum wird hier ausgegangen, das ein neugeborenes Kind ohne etwas getan zu haben, mit Sünden auf die Welt kommt?
    War Jesus nicht auch ein einfacher Mensch, der die Botschaft von Gott überbracht hat und einfach ein besonders guter Mensch war?

  • Ben sagt:

    Hallo erstmal und schon gehts los! :)

    Ich werde nun ein paar biblische Wahrheiten, für jeden nachlesbar und ohne feindliche Absichten hier posten. Es ist nicht mein Ziel jemanden zu verurteilen oder zu beschuldigen, ich möchte nur einmal biblische Wahrheiten einfach und transparent weitergeben.

    Ich wende mich auch freundlich an Sie Herr Philipp Hauner.

    Mein Gott schuf zuerst einmal Adam dann Eva und an diesen zwei Menschen zeigte er die göttliche Ordnung der Ehe.
    Erschaffung Genesis 2:7 und Ordnung der Ehe Genesis 2:24

    Nun kommen wir zu dem guten alten Wort Sünde. Die meisten Menschen benutzen das Wort Sünde in einem völlig falschen Kontext. Warum denn genau, ich möchte es kurz erklären:

    Hebräisch = chata = verfehlen (sündigen), das Ziel verfehlen
    Griechisch = hamartia = Verfehlung (Sünde); das Ziel verfehlen; wörtl. Unzeugendes

    Sünde ist das Verfehlen eines gottgegebenen Zieles; eine Verhaltensweise aus der nichts Lebendes entsteht (desh. wörtl. Unzeugendes).

    Wie wir sehen, können wir anhand der göttlichen Ordnung der Ehe und dem Wort „Sünde“ nun erkennen, dass alles andere, welches nicht der göttlichen Ordnung entspricht das Ziel verfehlt und daher als Sünde angesehen wird.

    Über diesen Punkt sollten wir uns einig sein, doch es ist noch nicht fertig!

    Wir alle sind Sünder, wir alle haben durch den Sündenfall, welcher im Genesis 3:1-6 geschrieben steht. Die ganze Menschheit hat durch diesen einen Fall gesündigt und wir sind alle von Geburt aus Sünder.

    Was wir auch sehen ist ganz klar, dass wir eigentlich nicht geschaffen sind, um Sünder zu sein, Gott hat uns Menschen geschaffen und ist bei uns gewesen, was wir im Genesis 2 durchgehend sehen. Gott will eine Beziehung zu jedem einzelnen seiner Geschöpfe und er liebt jedes einzelne von uns. Doch durch die Sünde sind wir und werden wir immer von Gottes Gegenwart getrennt sein.

    Die Geschichte ist zum Glück noch nicht zu Ende!

    Da wir alle Sünder sind und da wir alle nie genügen werden durch uns und unsere Werke zurück zu Gott zu finden, hat Gott einen genialen und einzigartigen Plan wahr werden lassen!

    Gott schickte und seinen einzigen Sohn, Jesus Christus, welcher aus der Jungfrau Maria geboren wurde. Matthäus 1:23

    Warum den eine Jungfrau? Dies ist der erste wichtige Punkt, dass wir erkennen können, dass der menschliche Stammbaum und damit die Sünde nicht mehr weiter zu Jesus getragen wurde. Da Jesus aus einer Jungfrau geboren wurde, hatte er schon bei seiner Geburt keine Sünde im Leben.

    Wie wir wissen, führte Jesus ein Sündloses Leben und tat immer nur das, was er den Vater im Himmel tun sah. Somit verfehlte Jesus kein Ziel und beging keine Zielverfehlung und tat somit keine Sünde. Johannes 5:19

    Doch Jesus wurde von uns Menschen für schuldig bekannt, ohne dass Er eine Schuld in Seinem Leben hatte.Johannes 19:15-16

    Jesus wurde gekreuzigt und Jesus starb für unsere Sünden am Kreuz ganz real!

    Durch Ihn, Jesus Christus können wir heute zu Gott beten, dass wir Jesus in unserem Leben aufnehmen wollen und dass wir glauben, was Jesus für uns getan hat. Johannes 3:16-18

    Und durch genau diesen Glauben, nichts sonst, durch diesen Glauben an die Erretung von uns, durch Seinen Namen werden wir erettet werden!

    Wer nun zu Jesus Christus gehört, wird der Verurteilung durch Gott entgehen; er wird leben. Denn für ihn gilt nicht länger das Gesetz der Sünde und des Todes. Es ist durch ein neues Gesetz aufgehoben, nämlich durch das Gesetz des Geistes Gottes, der durch Jesus Christus das Leben bringt. Römer 8:1-2

    So wird jeder erettet sein, der Jesus in sein Leben aufgenommen hat, denn Jesus wird wiederkommen und seine Schaffe nachhause in den Himmel holen.

    Gott liebt jeden von uns, doch er liebt die Sünde nicht. Dies wollte ich Euch allen weitergeben und kurzgehalten erklären. Es ist nicht an uns Menschen zu richten, denn nur Gott wird richten. Es ist nicht an uns auf jemanden zu zeigen, wir haben alle durch uns keinen bestand vor Gott! Wir sind alle Sünder!

    Ich möchte gerne auf Fragen bezüglich meinen belegten Aussagen eingehen und auch die Zeit nehmen, diese zu beantworten! Gottes Segen wünsche ich Euch und nehmt ernst, was hier geschrieben steht!

    Vielen Dank für das durchhalten und das lesen dieses Textes!

    Schreiben auch sie mich an Philipp Hauner bei weiteren Fragen, würde mich interessieren wie Sie darüber denken, was ich hier gesagt habe.

  • Alwis sagt:

    Mag ja sein, das es viele Pfarrer gibt, die nicht zu 100% an das perverse Weltbild der Kirche glauben.
    Nichtsdestoweniger sind sie Teil davon.
    Schön wenn der Papst sagt, er verurteilt keine Homosexuellen, so hält er die Homosexualität an sich immer noch für eine Sünde.

    Gibt auch noch genug andere Themen der Kirche, die für einen Ausstieg sprechen.

    Außerdem, wer braucht schon eine Kirche, um mit seinen Göttern sprechen zu können….