Färöisch für Anfänger

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Schluss mit der permanenten Selbstoptimierung im Urlaub! Unsere NEON-Redakteurin Nora Reinhardt lernte die Minisprache Färöisch und entdeckte so die Poesie des Sinnlosen.

Ich fuhr eine Woche auf die Färöer Inseln, um dort bei der Sprachlehrerin Marjun Arge Simonsen von Ordafragd die germanische Sprache Färöisch und etwas über Land und Kultur zu lernen. Für alle, die sich fragen, wie sich Färöisch anhört: So natürlich nicht. Aber so klingt man als durchschnittlich begabte Sprachschülerin an Tag 2 des Sprachkurses:

Und, versteht ihr mich? Die Sätze mit »Hamburg« und »Neon« gehen ja noch… aber der letzte Satz? Na?
Das Video habe ich übrigens im Hafen von Tórshavn  aufgenommen, kurz bevor um 15 Uhr die Sonne unterging.

Die Zahlen habe ich natürlich auch gelernt:

Und wenn ihr wissen wollt, wie Färöisch wirklich klingt – es gibt färöisches Radio, färöisches Fernsehen und natürlich auch färöische Werbespots. Meine Lehrerin schickte mir vor dem Kurs das Video „Marihonan“, einen Werbespot der Tankstelle Fast.

Hier der färöische Originaltext:

Eg eiti Sonhard, og eg eri professionel mariuhøna. At vera professionel mariuhøna, tað er eitt arbeiði; tað er meira enn eitt arbeiði – tað er mítt jobb. Eg fari upp um morgunin, eg fái mær morgunmat – akkurát sum vanlig fólk. Og so fari eg í mariuhønubúnan, so eri eg mariuhøna til um kvøldið. Og so fái eg mær nátturða, og so fari eg í song. Fyri ein, sum livir lívið sum mariuhøna, so kann eg gott fortelja tær, at tað er ikki ein dagur, sum er líka. Eg hevði aldrin viljað havt nakað annað arbeiði. Hetta er verðins stuttligasta arbeiði.

Und hier die englische Übersetzung:

My name is Sonhard, and I am a professional ladybird. To be a professional ladybird is a work; it is more than a work – it is my job. I get up in the morning, and I have breakfast – just like ordinary people. And then I put on my ladybird dress, and then I will be a ladybird until evening. And then I have dinner, and then I go to bed. As someone, who lives his life like a ladybird I can tell you, that no days are the same. I will never wish for another job. This is the funniest job in the world.


Die ganze Geschichte könnt ihr in Ausgabe 2/2016 nachlesen: Was Nora am schwierigsten fiel, wie ihr erster Pullikauf verlief und wen sie auf den färöischen Oscars kennengelernt hat. Hier können Einzelhefte des NEON-Magazins nachbestellt werden. Alle Ausgaben seit September 2013 gibt es auch digital in der NEON-App.

Nora Reinhardt
Nora Reinhardt ist Textredakteurin und betreut die schöne NEON-Rubrik »Unnützes Wissen«. Ihr Lieblingspunkt? Dass männliche Fruchtfliegen mehr Alkohol trinken, wenn sie keinen Erfolg bei Weibchen haben.
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  • Fynn M. sagt:

    Hallo Nora,
    während der ein oder andere den Artikel nicht gut finden, kann ich nur Hannah zustimmen! Schön,dass du versuchst eine neue sprache zu lernen, vor allem im schönen Dänemark!

  • Hannah sagt:

    Süß! Echt, ich musste mehrere Male gut schmunzeln während des Lesens. Und, ganz nett, ich hab irgendwie einen kleinen Motivationsschub bekommen, mein Französisch wieder aufzubessern!
    Greets, Hannah

  • robert suydam sagt:

    hi,
    stört mich was?
    – nö.
    habe ich den artikel gelesen?
    – nein, natürlich nicht … (*argh* !!!)

    ich fand die idee einer „poesie des sinnlosen“ zunächst interessant, hatte grad einen persönlichen bezug zur färöischen sprache (die literatur) im kopf und las deshalb drauflos. dabei fand ich dann den artikel oberflächlich und widersprüchlich (soviel zum krachen im gebälk). der text aus der nzz kam mir als beruhigende andere perspektive in den sinn, jedenfalls in bezug auf die möglichkeiten der annäherung an die sprache färöisch. deshalb der link. beides ist augenblicksgeboren und natürlich zutiefst subjektiv. jede menge andere menschen finden deinen artikel bestimmt toll. es gibt auch keinen grund für einen rückzug hinter kollektive schutzwälle: „wir bei neon sind nicht das nzz feuilleton.“ – das ist mir auch schon aufgefallen, tut aber gar nichts zur sache. ich finde eben diesen einen artikel von dir nicht gut. das hat weder mit deinen sonstigen artikeln, noch mit dem rest von neon etwas zu tun. von dir habe ich bisher nix anderes gelesen und bei neon finde ich gelegentlich sehr gut recherchierte und geschriebene texte.

  • nora sagt:

    Lieber Robert Suydam, ich verstehe nicht ganz. Wir bei NEON sind nicht das NZZ-Feuilleton – was genau stört Sie denn? Stört Sie etwas? Haben Sie den Artikel gelesen? Er ist seit Montag am Kiosk erhältlich.
    Herzlich, Ihre Nora Reinhardt

  • robert suydam sagt:

    so, so. die betreuerin des „unnützen wissens“ fährt für eine woche auf die färöer inseln und entdeckt beim lernen der sprache die „poesie des sinnlosen“. herzlichen glückwunsch.

    das krachen im journalistischen gebälk wird dankenswerter weise von kollegen (ist das jetzt eine beleidigung?) gelindert, die einen anderen blickwinkel eröffnen:

    http://www.nzz.ch/feuilleton/buecher/land-im-meer-1.18585013