NEON #04/2016

Liebe Leserinnen und Leser,

was ist wirklich wichtig im Leben? In unserer Titelgeschichte »Was tun auf der Welt?« beantworten NEON-Redakteure, Schriftsteller und Satiriker, welche Erfahrungen sie für unverzichtbar halten. Warum es sich lohnen kann, allein zu verreisen oder sich das Herz brechen zu lassen. Warum man unbedingt mal ein Jahr lang auf Emoticons verzichten muss oder sich einmal nachts in Miami verfahren sollte. Herausgekommen sind 33 Vorschläge für ein gutes, wildes Leben.

Auch Philip S. (Name von der Redaktion geändert) hat eine Vorstellung von einem guten Leben. Allerdings bleibt einem da der Begriff »wildes Leben« im Halse stecken. Für ihn war der richtige Weg der Weg in den Krieg. Er hatte es satt, als Globalisierungsgegner auf Demos herumzustehen. Stattdessen kämpfte er eine Zeit lang auf Seiten der Kurden in Syrien. Und er ist nicht der einzige Deutsche dort gewesen. Wir haben uns gefragt, warum ein junger Mensch sein friedliches Land verlässt, um sein Leben aufs Spiel zu setzen. Sein beklemmendes Protokoll »Philip zieht in den Krieg«. Die Autorin Barbara Opitz hat über Philips Erlebnisse in Syrien auch ausführlich im STERN geschrieben, nachzulesen in Ausgabe 5 vom 28. Januar 2016.
Noch etwas in eigener Sache: Diese Ausgabe der NEON ist die letzte in diesem Erscheinungsbild. Am 11. April 2016 erscheint die neue NEON. Erste Eindrücke gibt’s auf neon.de/relaunch

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Eigentlich sollten wir ­erwachsen werden

NEON-Fotograf Julian Baumann merkte erst beim Shooting, dass es eine Herausforderung ist, Menschen zu fotografieren, die man gut kennt. Die Protagonisten der Geschichte übers Erwachsenwerden (unter anderem David Muallem) von NEON-­Autorin Jina Khayyer gehören zu Baumanns Freundeskreis. Die Nähe hat den Fotos nicht geschadet. Im Gegenteil: Man spürt das Vertrauen zwischen Fotograf und Porträtierten – Menschen, die entspannt damit umgehen, nicht angekommen zu sein.

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»Bei allem Kitsch vom Künstler, der sich aufreiben muss – es ist schön, überlebt zu haben«

Der Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre wollte den Ruhm und bekam den Absturz. Diese Geschichte erzählt er in seinem jetzt erscheinenden Roman »Panikherz«. Zum Glück, dachte NEON-Autorin Lena Steeg, die jahrelang keine Fragen mehr an ­Stuckrad-Barre hatte. Nicht, weil es keine gegeben hätte, sondern weil sie seit Jahren alles aus seinen Büchern über ihn wusste. Nun erzählt der Autor im neuen Buch von Kokain, Ess­störungen und Alkoholmissbrauch.

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Ich dich auch

Wir haben ein völlig verklärtes Bild von der Phrase »Ich liebe dich«. Sie ist oft gar nicht so unschuldig, wie man glaubt. Ziemlich oft ist sie nicht mehr als ein nett verpacktes Druckmittel. Die NEON-Redakteurinnen Fiona Weber-Steinhaus und Nora Reinhardt haben deshalb sieben Situationen analysiert, in denen »Ich liebe dich« ­etwas völlig anderes bedeutet. Die Geschichte zeigt, wo Liebe endet und Erpressung anfängt.

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Die späte Rückkehr eines Heimatlosen

Unser Autor Christopher Piltz reiste mit Abdul Coulibaly auf die erste afrikanische Albinismuskonferenz in Daressalam. Coulibaly, der von Albinismus betroffen ist, floh vor sechs Jahren nach Madrid. Es war das erste Mal nach dieser Flucht, dass Coulibaly wieder afrikanischen Boden betrat.
Als Piltz und Coulibaly am letzten Tag durch die Stadt liefen, zögerte Coulibaly, sich einen Maiskolben bei einem Straßenhändler zu kaufen. Sein spanischer Arzt habe ihm gesagt, er solle Streetfood in Afrika meiden. »Mein Magen sei schon zu europäisch«, sagte Abdul Coulibaly.

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Plötzlich Popstar

»AnnenMayWer?«, fragte NEON-Redakteurin Martina Kix noch vor wenigen Monaten und sah sich auf Youtube »Barfuß am Kla­vier« an. Inzwischen haben das Video über neun Millionen Menschen gesehen, die AnnenMayKantereit-Tour ist ausverkauft, bevor nun das Debüt der Band erscheint.


Die neue Ausgabe von NEON gibt es ab Montag überall am Kiosk und auch digital für das Tablet auf iOS und Android. Hier können Einzelhefte des Magazins nachbestellt werden. Auf Blendle könnt ihr die Artikel außerdem einzeln kaufen.

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Alle Links zu dieser Ausgabe

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Philip zieht in den Krieg

Ein Deutscher kämpfte in Syrien gegen den IS ...weiterlesen


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Der Heimatlose

Menschen mit Albinismus werden in Afrika getötet und verstümmelt. Abdul gelang die Flucht. Jetzt geht er zurück weil er sich nie wieder als Opfer fühlen will. ...weiterlesen


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Schwenke probiert: Bieryoga

Wellness, Entspannung, innere Mitte gehören schon lange zum guten Ton. Alkohol, Exzess und ­Extrovertiertheit noch länger. Unser Kolumnist widmet sich beidem: Retox und Detox in einem. ...weiterlesen


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Die netteste Erpressung der Welt

Der Satz »Ich liebe dich« gilt als Startschuss für eine Beziehung, als eine Art Maßeinheit für eine gute Partnerschaft. Der Satz kann glücklich machen und unglücklich. Zeit also, ihn mal näher zu untersuchen. ...weiterlesen


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Der beste Job der Welt

Geld, Einfluss, Ansehen? Wer heute Karriere macht, will mehr: Verantwortung, Werte, Sinn. Die Flüchtlingskrise bietet Berufsanfängern genau solche Chancen. Vier Beispiele, was möglich ist. ...weiterlesen


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Nur eine Frage: Welche Hoffnung hast du aufgegeben?

Wir stellen unseren Lesern »Nur eine Frage«. Dieses Mal: Welche Hoffnung hast du aufgegeben? ...weiterlesen


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Was tun auf der Welt ?

Warum es sich lohnen kann, allein zu ­verreisen, sich das Herz brechen zu lassen oder ein Jahr lang auf ­Emoticons zu verzichten. 33 ­Ratschläge für ein gutes, wildes Leben. ...weiterlesen


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Vom Leben gelernt: Jack Black

Jack Black verrät, wo es in Los Angeles den besten Burger gibt und warum es besser ist, ­seine Idole nie in Wirklichkeit zu treffen. ...weiterlesen


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Mein Lebenswerk – Der Kämpfer

Ein Kopfhörer, zwei Freunde, »The Blueprint« von Jay Z auf den Ohren und die Welt war für den zwanzigjährigen Uchenna van Capelleveen eine andere. Er wollte Rapper werden. Heute entert er als Megaloh die großen Bühnen. Leben kann er von der Musik allein aber noch nicht. ...weiterlesen


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Meine Meinung – Sorry für nichts!

Früher waren Entschuldigungen Akte der Reue, heute benutzt man sie ständig. Sogar dann, wenn man selbst nichts falsch gemacht hat. Der Höflichkeitsterror muss endlich aufhören. ...weiterlesen


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AnnenMayKantereit

Die Kölner Band besingt die Spießigkeit ihrer Generation und ist dabei überraschend cool. ...weiterlesen


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Der Fan

Benjamin von Stuckrad-Barre erzählt in seinem neuen Roman vom Drogentaumel seines Lebens. »Panikherz« ist eine Reise durch die Popkultur der letzten zwanzig Jahre und ein Plädoyer für das unironische Schwärmen. ...weiterlesen


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Geht das so? – Der Nasenring

Die Mode will Menschen und die ganze Welt schöner machen. Und stößt einen manchmal vor den Kopf. Hier erklären NEON-Experten, ob man bei den neuesten Trends mitmachen soll. ...weiterlesen


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Tasnim geht einkaufen

Unsere Autorin rettet Lebensmittel und trägt seit Jahren nur gebrauchte Klamotten. Wie stark ist ihre Haltung wirklich? Für uns geht sie auf Shoppingtour. ...weiterlesen


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#NEONWortschatz 04/2016

Wir suchen ein Wort für … den Grusel, der einen beim Lesen von dummen und bösen Kommentaren im Netz befällt. ...weiterlesen